20.03.2017 | Serie Kolumne Alles digital

Mobile ist die Zukunft. Punkt!

Serienelemente
Die typische Internetnutzung morgen ist mobil, nicht stationär am PC.
Bild: Michael Bamberger

Mobile Ready. Mobile Friendly. Mobile First: Wer nicht per mobil optimierter Webseite im Netz präsent ist, wird am Ende des Jahres zu den digitalen Verlierern zählen. Dafür sind die Weichen bereits gestellt. Unternehmen sollten daher im Eiltempo ihre digitale Präsenz perfektionieren und nicht mehr um den heißen Brei herumreden.

In der digitalen Welt sprechen Daten bekanntlich Bände. Man kann nahezu alles erfassen, wenn man nur dem digitalen Äther lauscht und die Nutzer datenschutzkonform beobachtet. Und was sieht man da? Unzählige Statistiken, Befragungen und Datenerhebungen belegen, dass jedwede Zielgruppensegmente über ihr Smartphone im Internet informiert bleiben, sich unterhalten lassen oder etwas einkaufen. Die klassischen Nutzungsszenarien am Laptop oder Desktop gehören perspektivisch der Vergangenheit an. Verbunden mit der Ausnahme, wenn die Konsumenten zeitlich und örtlich wie am Arbeitsplatz an diese Endgeräte gebunden sind.

Der Puls der Zeit schlägt bereits Mobile

Mobiles Surfen oder Online-Shopping nehmen kontinuierlich zu. Nicht nur die Smartphone-Verkäufe übersteigen mittlerweile die Verkaufszahlen von Desktop-Computern. Auch das Datenvolumen des weltweiten Internet-Traffics über mobile Endgeräte hat sich in den Jahren 2015 bis 2016 pro Monat fast verdoppelt. Tendenz dramatisch steigend. Während der gesamte Webtraffic im letzten Jahr noch rund sieben Exabyte pro Monat summierte, soll dieser bis 2021 laut einer Prognose von Cisco Systems auf 49 Exabyte pro Monat ansteigen.

Wer sein Unternehmen, die Marke und die gesamte Produktwelt digital auffindbar machen möchte, sollte handeln und sämtliche Angebote für die Nutzer aus Sicht der Smartphone-Besitzer betrachten. Leider müssen sich viele deutsche Unternehmen warm anziehen. Wer nicht auf die Top-Brands oder die Dax-30 schaut, stellt nach wenigen Minuten der Eigenrecherche fest: In diesem Bereich der Digitalisierung rund um die eigenen digitalen Präsenzen hinken die Firmen gewaltig hinterher.

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Die Konzeption von Webseiten jeglicher Art sollte für Smartphone-Benutzer ausgerichtet sein – und nicht wie bisher ausschließlich als attraktive Darstellung für die Präsentation am großen Monitor auf dem Firmen-PC. Egal ob sich die Nutzer in einem Shop oder bei der grundsätzlichen Recherche im Netz befinden: Wer nach Produkten und Dienstleistungen sucht, muss die gewünschten Marken überhaupt auffinden können. Viele Webseiten sind leider restlos veraltet und entsprechen nicht mehr den aktuellen technischen Anforderungen, die die mobile Internetnutzung mit sich bringt. Wer möchte mit drei Fingern am Smartphone-Display die Website vergrößern, um den Inhalte in einer angemessenen Größe zu lesen? Oder überhaupt das horizontale Menü bedienen zu können?

Mobile Angebote: Einfachheit, Benutzerfreundlichkeit, Schnelligkeit

Grundsätzlich erwarten die Nutzer eine möglichst einfache Bedienung von mobilen Angeboten. Die Mehrheit der Angebote platzt aber förmlich aus allen Nähten. Grund dafür ist die Überfrachtung mit Informationen. Gute digitale Präsenzen trumpfen mit einer geringeren Informationsdichte, dafür heimsen sie Pluspunkte durch präzisere Benutzerführung und Informationsversorgung auf den aktiven Anforderungswunsch der Nutzer ein.

Kein Besucher navigiert noch mit der Maus, sondern sucht lieber per Touchscreen die Informationen. Ein kleines Display sorgt dabei für weniger Reizüberflutung der Nutzer. Das grundsätzliche Fehlen von Flash und Java bemisst jedem mobilen Surfen einen positiven Aspekt bei – und jede Firmenseite mit einem proprietär eingebundenen Flash-Videoplayer sollte beerdigt werden.

Schnelle Ladezeiten trotz Videos sind ein Muss

Apropos Inhalte: Wer Videos und Bilder seinen Nutzern anbietet, sollte dabei die Ladezeit trotz immer schnellerer LTE-Verbindungen geringhalten. Das erfordert schnell ladende Daten, die als für mobile Anwendungserfahrungen angepasste Versionen sowie als hochauflösende Premium-Inhalte für Desktop-Nutzer durch die Website geliefert werden sollten. Eine mobile optimierte Website sollte wirklich kein hochauflösendes Foto oder ein Video vollständig im Hintergrund laden und das Datenvolumen der Nutzer bis an die Schmerzgrenze belasten, sondern bedient sich einer für die Größenverhältnisse am Smartphone-Display optimierten passgenauen Version des Bildmaterials - und eben einer nicht-HD-optimierten Form eines Videos.

Google stellt die Weichen für Mobile

Dann klappt es auch mit dem Erfolg der eigenen mobilen Werbung, wenn die Benutzer vom Smartphone aus die Werbemaßnahmen sehen, sie anklicken und dann auf eine mobil optimierte Landingpage verwiesen werden – und nicht auf eine Desktop-Version. Wer seine Website nicht für Smartphones optimiert hat, findet in den Köpfen der Verbraucher perspektivisch nicht mehr statt. Genau das wäre ein direkter Todesstoß für das digitale Marketing. Bereits im letzten Jahr hat Google die mobilen Suchergebnisse eingeführt. Jetzt wurde Mobile zum Hauptindex gekürt. Damit wertet Google den Mobile Index massiv auf, während die Desktop-Version zur zweitrangigen Alternative abgestuft wird. Der relevanteste Akteur für die Auffindbarkeit von Marken, Produkten und Dienstleistungen hat somit alle nicht-optimierten Internetpräsenzen auf dem Abstellgleis geparkt und ihre Betreiber abgestraft.

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Unternehmen sollten die Nutzererfahrung positiv beeinflussen und lange Wartezeiten, komplexe Nutzung oder erschwerte Dialogoptionen und gerade beim Kaufentscheidungsprozess die umständlichen Bestellvorgänge vermeiden. Was bereits für desktopbasierte Webseiten seit Ewigkeiten gilt, müssen mobile Webseiten aus dem Effeff erfüllen können. Wer seine digitalen Präsenzen für ein optimales mobiles Erlebnis vorbereitet, wird am Ende des Jahres zumindest über die Ziellinie gehen können. Für alle nicht mobil optimierten Angebote wird das Ausscheiden aus dem Wettbewerb unausweichlich. 

Schlagworte zum Thema:  Mobile, Mobile Marketing, Digital, Digitale Wirtschaft, Digitalisierung

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