Was ist wahr und was gelogen? Der Medienkonsum hinterlässt viele Fragezeichen. Bild: Pixabay

Die Diskussion um Fake News verunsichert die Menschen weltweit. Für den allgemeinen Vertrauensverlust sind vor allem Suchmaschinen und soziale Medien verantwortlich. Das zeigt das Edelman Trust Barometer 2018.

In den meisten Ländern herrscht Verunsicherung. Hauptgrund: Die Diskussion um Fake News und die daraus resultierende Suche nach vertrauenswürdigen Informationen. Das anfangs noch belächelte Phänomen von Falschinformationen würde inzwischen als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen, so die Studienautoren. Fast sieben von zehn Befragten weltweit (in Deutschland 61 Prozent) haben demnach Angst vor Fake News. Gleichzeitig sagen 63 Prozent (Deutschland 54 Prozent), dass es kaum möglich sei, Falschinformationen von Qualitätsjournalismus zu unterscheiden. Schließlich sähen in den Newsfeeds von Plattformen wie Facebook alle Meldungen gleich aus.

Entsprechend sinken die Vertrauenswerte. In 22 der 28 untersuchten Länder überwiegt das Misstrauen. Schuld seien Plattformen wie Suchmaschinen und soziale Medien, so die Studie. In 21 von 28 Ländern schwinde deren Glaubwürdigkeit. Weltweit vertrauen Plattformen nur 51 Prozent der Befragten. Im letzten Jahr waren es noch zwei Prozent mehr. Im Gegenzug gewinnen traditionelle Medien wie Zeitungen und TV-Sender sowie Online-Medien, die für eine seriöse Berichterstattung stehen. Global um fünf Punkte auf 59 Prozent.

Klassische Medien genießen weiterhin das größte Vertrauen

Social Media und Journalismus: Vertrauenslücke in Deutschland besonders groß

In Deutschland klafft zwischen Journalismus (61 Prozent) und Plattformen (40 Prozent) eine noch größere Vertrauenslücke von 21 Prozent. Wenn Menschen nicht mehr zwischen Fakten und Falschinformationen unterscheiden können, habe das grundlegende Folgen für den gesellschaftlichen Diskurs, so Susanne Marell, die am Barometer mitgearbeitet hat. Der Schutz einer hohen Informationsqualität sei zur wichtigsten Aufgabe der Medien geworden.

Doch diese Aufgabe ist nicht ganz einfach: 66 Prozent der Menschen weltweit (46 Prozent in Deutschland) sind der Ansicht, dass Nachrichtenorganisationen mehr an einer möglichst großen Reichweite interessiert sind, als an harten Fakten. Für 59 Prozent (Deutschland 47 Prozent) haben diese zudem eine politische Agenda und informieren deshalb nicht neutral. Viele entwickeln sich zu Medienmuffeln, die seltener als zuvor Nachrichten lesen.

Trotz Nachrichtenverdrossenheit bewerten die Befragten echten Journalismus positiv. Gleichzeitig steigt das Interesse an Informationen von technischen und akademischen Experten. Denn: Menschen sehnen sich nach Fakten und Einordnung von Experten, die sich auskennen.

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Social Media, Medien

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