17.11.2015 | E-Commerce

Kaufverhalten: So geht "Female Commerce“

Frauen ticken anders. Auch beim E-Commerce.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Beim Onlineshopping greifen Frauen gerne auf Bewährtes zurück. So das zentrale Ergebnis der Studie "Kaufrausch 2015“ der Gesellschaft für innovative Marktforschung (GIM). Wichtig sind ihnen Sicherheit, Schnelligkeit und die Preise.

Weil die Skepsis bei Frauen ausgeprägter ist als bei männlichen Onlineshoppern, dienen ihnen bekannte und bewährte Einkaufsportale häufig als Anlaufstelle. Ihr Ausgangspunkt für eine Produktrecherche bildet deshalb in der Regel nicht Google, sondern der Lieblingsshop selbst. Google kommt immer erst dann zum Einsatz, wenn die bevorzugten Shops das Gewünschte nicht bieten. Abseits der Großen sind vor allem Shops beliebt, die sich auf bestimmte Artikel (für Kinder, für Geschenke etc.) spezialisiert haben.

Grundsätzlich steht das Thema Sicherheit im Vordergrund. Kleinere, weniger bekannte Shops können bei Frauen deshalb mit sicheren Bezahlmethoden, Siegeln, Zertifikaten und bekannten Kooperationspartnern punkten. Vertrauen schaffen außerdem eine klare Kommunikation sowie Testberichte.

Ein Verhalten, das Männern fremd ist, ist für Frauen Routine: Die Nutzung des Warenkorbs als Shoppingtool. Er wird beispielsweise genutzt, um eine Vorauswahl zu treffen und Produkte gegebenenfalls wieder auszusortieren. Außerdem dient er dazu, sich eine Gesamtübersicht über potenzielle Käufe zu verschaffen und eine Kaufentscheidung noch einmal "sacken zu lassen“.

Andere Nutzung des Warenkorbs

Für Webshops lohnt sich deshalb, die Gestaltung des Warenkorbes zu überdenken. So sollten sie (am besten für längere Zeit) gespeichert werden können. Darüber hinaus sollte die Warenkorbübersicht nah am Shoppingprozess bleiben, sowohl optisch als auch funktional. Sinnvoll sind auch Produktempfehlungen an dieser Stelle, weil sie deutlicher wahrgenommen werden als an anderer Stelle.

Auch die Customer Journey im Shop verläuft bei weiblichen Onlineshoppern speziell. Hier gilt: Erst die Angebote checken, dann die Neuheiten und erst danach jene Produkte, die eigentlich gebraucht werden.

Redaktionelle Angebote werden hingegen kaum genutzt. In ihnen sehen viele Frauen nicht mehr als ein abgehobenes Marketing, viele Texte sind ihnen außerdem zu lang, die Stylingtipps nicht realistisch genug.

Redaktionelle Inhalte funktionieren in der Regel nur dann, wenn sie an den klassischen Kaufentscheidungsprozess gekoppelt sind. Tragebeispiele und Ergänzungsprodukte werden deshalb durchaus angenommen.

Bieten die bekannten Shops nicht das gewünschte Angebot, kommen neben Suchmaschinen auch Herstellerwebsites zum Einsatz. Daneben zählen die Empfehlungen von Freunden und Bekannten ebenso wie Erfahrungsberichte.

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Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Kaufverhalten, Online-Marketing, Kundenbindung, Versandhandel

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