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Millennials trauen Kundenbewertungen mehr als den Aussagen der Hersteller

Marken bleiben attraktiv, wenn das Geld knapp ist. Sie sind aber nicht alles.
Bild: Haufe Online Redaktion

Wie verändert sich das Kaufverhalten junger Konsumenten in wirtschaftlich unsicheren Zeiten? Darum ging es bei einer Umfrage von Prophet. Ergebnis: Mehrwerte rücken in den Fokus und die Bewertungen anderer Nutzer werden wichtiger.

Millennials, also junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 34 Jahren, achten dann laut der Studie "Konsum in Zeiten der wirtschaftlichen Krise“ deutlich mehr auf den Nutzen von Produkten und Dienstleistungen (59 Prozent). Wer sich unsicher ist, sucht außerdem nach Bewertungen und Kommentaren anderer Nutzer im Internet, 46 Prozent stimmen dieser Aussage voll zu, nur 15 Prozent verlassen sich auf andere Quellen oder das eigene Bauchgefühl.

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten zählt beim Kauf nicht das Produkt allein. 67 Prozent beziehen das gesamte Unternehmensangebot in ihre Entscheidung mit ein. Dazu zählen sowohl Erfahrungen aus der Vergangenheit als auch das Markenerlebnis sowie ein professioneller Kundendienst. 

Wer zweifelt, sich nicht entscheiden kann, nimmt am Ende aber doch lieber das teurere Produkt. 70 Prozent der Befragten verlassen sich zudem ganz oder zumindest wahrscheinlich auf Kundenbewertungen aus dem Web.

Marken bleiben zwar auch dann attraktiv, wenn das Geld knapp ist, kaufentscheidend werden jedoch andere Aspekte: Für 78 Prozent der jungen Deutschen rückt unter diesen Umständen der Preis in den Mittelpunkt, wobei trotzdem noch andere Kriterien mit einbezogen werden: Erhält ein teureres Produkt bessere Bewertungen als das günstigere, rückt das Preisargument schnell in den Hintergrund.

Gleiches gilt für den Aspekt "Nachhaltigkeit". Nachhaltiger Konsum werde für junge Menschen immer relevanter, sagt Felix Stöckle, der als Partner bei der Strategieberatung Prophet arbeitet. Sie würden sehr genau hinschauen, wer ein Hersteller ist wie er sich verhält. Nachhaltigkeit, Arbeitsbedingungen und Ressourceneinsatz rücken demnach auch bei schwierigen Kaufentscheidungen nicht gänzlich in den Hintergrund.

Die Studienautoren raten Unternehmen deshalb, Nutzen und Mehrwerte von Produkten in den Mittelpunkt ihrer Kundenansprache zu stellen. Dies gehe am besten, indem Botschaften ehrlich und transparent transportiert und in eine Story eingebunden würden. Klassische Werbeversprechen hätten durch das Internet an Bedeutung verloren. Stöckle sieht das Ende des klassischen Marketings gekommen. Heute zähle, was der Kunde tatsächlich erlebt.

In Deutschland wurden für die internationale Studie rund 1.000 Millennials befragt. 

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