15.09.2015 | Kaufentscheidung

Potenzial der Social Media bleibt ungenutzt

Bei vielen Käufen entscheidet das Netzwerk mit.
Bild: Fotolia LLC.

Soziale Medien spielen im Kaufentscheidungsprozess der Kunden eine wichtige Rolle. Immerhin 62 Prozent richten sich nach dem Urteil anderer. So das Ergebnis einer Studie der Markenberatung Prophet. Gleichzeitig halten Unternehmen an klassischen Kampagnen fest – und verärgern damit ihre Kunden.

Bei Kaufentscheidungen greifen viele Kunden auf Bewertungsportale, Blogs, Foren oder Unternehmensplattformen zurück. Immerhin 62 Prozent verlassen sich auch auf Bewertungen und Kommentare, die andere in den Social Media veröffentlicht haben. Im Gegenzug sind 79 Prozent bereit, selbst Bewertungen abzugeben, wenn ihnen ein Artikel besonders gut gefallen hat.

Das Potenzial, das sich wiederum für Unternehmen und Marken daraus ergibt, bleibt weitestgehend brach liegen. Stattdessen bauen sie weiter auf klassische Medien- und PR-Kampagnen, die – sind sie auch noch schlecht gemacht – mehr schaden als nutzen. Denn mit schlechten Inhalten und fehlendem Engagement in den sozialen Medien, riskieren diese Unternehmen, ihre Kunden zu verprellen.

Plumpe Werbung in den Social Media tabu

90 Prozent fühlen sich demnach genervt von Unternehmen, die die Social Media ausschließlich nutzen, um ihre Werbebotschaften zu verbreiten. Die Lust der Verbraucher, Produkte dieser Firmen zu kaufen, nimmt dann nicht nur ab, nahezu 80 Prozent sind sogar bereit, ihren Ärger über diese Marken in Form von negativen Kommentaren und Posts zu verbreiten.

Unternehmen, die ihre Aktivitäten in den sozialen Medien richtig koordinieren, werten damit ihre Marke auf, sagt Prophet-Partner Paul English. Werde das Social Web hingegen nur als Werbeplattform eingesetzt, würden echte Chancen, ein Social Business aufzubauen, verpasst. Laut English verknüpfe ein Unternehmen idealerweise geschickt soziale Trends und Technologien, um diese bei Marktforschung, Produktentwicklung, Kundenservice, Verkauf sowie für die Vernetzung der Mitarbeiter einzusetzen. Wichtig sei es, dass sie die Gefühle und Motive ihrer Marken-Fürsprecher verstehen und sich inhaltlich mit ihnen auseinandersetzen, anstatt sie mit plumper PR zu nerven.

Für die Studie "Wie wichtig ist Social Media für ihr Kaufverhalten?“ wurden mehr als 1.000 Bundesbürger online befragt.

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Schlagworte zum Thema:  Handel, E-Commerce, Social Media, Online-Marketing, Kaufverhalten

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