07.05.2014 | Top-Thema Interview mit Volker Gaßner von Greenpeace über erfolgreiche Kampagnen

"Wir wollen die Diskussion dort führen, wo es die Unternehmen trifft"

Kapitel
"Wir binden Unterstützer und Fans immer stark in unsere Kampagnen ein."
Bild: Greenpeace Deutschland

Greenpeace bedient sich sehr stark der Social Media. Gezieltes Anti-Marketing soll die Awareness für ein Thema erhöhen. Und den Druck auf die Unternehmen.

acquisa: Wie reagieren denn die Hersteller auf Ihr Anti-Marketing?

Gaßner: Die normale Reaktion ist erst einmal: "Diese Fragen haben hier nichts zu suchen, auf dieser Fanpage geht es um das Produkt." Wir machen dann aber immer weiter, und dann beginnen die anderen User, das Thema aufzugreifen und zu diskutieren. Das machen wir vor allem dann, wenn Hersteller bilaterale Gespräche mit uns verschleppen oder abbrechen. Und je besser die Diskussion über das jeweilige Thema im Social Web und auf den Seiten des Herstellers läuft, umso eher kehren die Unternehmen an den Verhandlungstisch zu uns zurück.

acquisa: Was sind Ihre bevorzugten Darstellungsformen? Bilder, Texte, Videos ... ?

Gaßner: Das ist ganz unterschiedlich. Wir richten uns nach der Strategie, die wir verfolgen. Greenpeace ist sehr stark in Social Media vertreten, seit 2007. Wir erreichen auf direktem Weg mittlerweile 400.000 Menschen. Indirekt wesentlich mehr, zum Beispiel, wenn wir Fanpages von Unternehmen zur Diskussion unserer Anliegen nutzen. Wir wollen die Diskussion eben dort führen, wo es die Unternehmen trifft. Das ist für Unternehmen sehr unangenehm und erhöht den Druck. Die Kommunikation ist aber auch für unsere Unterstützer und Fans, die wir immer stark in unsere Kampagnen einbinden. Dann sind wir nicht mehr nur Sender, sondern Teil eines Dialogs. Dazu kommt, dass wir zum Beispiel über Facebook auch die Freunde unserer Fans erreichen und deren Freunde – wir erweitern so kontinuierlich unser Netzwerk.

Schlagworte zum Thema:  Content Marketing, PR, Online-Marketing, Social Media

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