02.10.2012 | Interview mit Niels Dörje

SEO-Szene immer professioneller

Der SEO- und Online-Strategieexperte Niels Dörje ­vermisst bei vielen Firmen die SEO-Strategie.
Bild: Tandler Doerje Partner

Die Frequenz der Google Updates wird weiter zunehmen, sagt Niels Dörje. Der international renommierte SEO- und Online-Strategieexperte ist Mitgründer und CEO von Holidayinsider.com sowie Partner der SEO-Agentur Tandler Doerje Partner.

acquisa: Herr Dörje, in immer kürzeren Abständen ändert Google seine Algorithmen – was ist das Ziel?
Niels Dörje: Google verfolgt strategische Ziele. Erstens will Google dem User nach wie vor das beste Suchergebnis liefern. Um dieses Ziel erreichen zu können, muss Google permanent seinen Link-basierten Index verbessern. Die einzelnen Signale, die den Algorithmen zugrunde liegen, werden in den Updates immer wieder neu gewichtet, und dies führt bei Websites zu sich ständig verändernden Rankings im Bereich Natural und Universal Search.

acquisa: Vor allem KMU fällt es immer schwerer, sich auf die ständigen Veränderungen einzustellen. Ihnen fehlt schlicht die Manpower. Was raten Sie diesen Unternehmen?
Dörje: Die Suchmaschinenoptimierung einer Website ist zuallererst ein Handwerk, welches bestimmten Grundlogiken folgt. Hierbei geht es im Grunde »nur« um die optimale architektonische Struktur der Website, um optimal von Google gecrawlt und perfekt im Google Suchergebnis dargestellt werden zu können. Diese Hausaufgabe bei der SEO Onpage-Optimierung müssen konsequent abgearbeitet werden und sind für jedes KMU elementar. In einem zweiten Schritt geht es um exzellente Inhalte und brillante Usability der Website, mobilen Website oder App. Diese Inhalte können durch eine intelligente Content-Marketingstrategie maßgeblich zum Erfolg im Bereich SEO beitragen.

acquisa: Werden wir weiterhin Updates in dieser Schlagfrequenz sehen, wie in den vergangenen zwei Jahren?
Dörje: Die Frequenz wird noch wesentlich höher werden. Dies gilt sowohl für den Bereich Natural Search, aber auch und insbesondere für den Bereich Universal Search. Jeder Universal-Search-Bereich, wie z.B. Maps/Places, Images, Shopping etc., basiert auf einem eigenen Algorithmus. Wenn die KMU die oben beschriebene nachhaltige SEO-Strategie verfolgen, werden sie langfristige Erfolge erzielen.

acquisa: Worauf müssen sich SEO-Optimierer in Zukunft einstellen?
Dörje: Wie jede andere Branche so, wird auch die SEO-Szene momentan immer professioneller, und das schätzen wir sehr. Nach meiner Meinung gibt es drei große Themenkomplexe, auf die man sich konzentrieren sollte. Zunächst sollte allen Social-Signals mehr Beachtung geschenkt werden. Hier spreche ich explizit nicht nur über Google+ und Facebook, sondern auch über Bewertungsplattformen und andere Crowd-driven-Plattformen. Diese Signale gilt es in der Zukunft noch sehr viel intelligenter in der digitalen Strategie und damit in der SEO-Strategie zu berücksichtigen. Der zweite große Themenkomplex ist die ständige Differenzierung im Bereich Universal Search. Die einzelnen algorithmischen Updates – und damit auch die Optimierung von z.B. Google Hotelfinder, Google Maps, Google Shopping – werden die betroffenen Branchen und die SEO-Branche wesentlich mehr beschäftigen als heute. Last but not least wird die Entwicklung der mobilen Suche und damit auch Google Maps/Places sowie die App-Store-Optimierung eine entscheidende Rolle in den nächsten 24 Monaten spielen.

Schlagworte zum Thema:  Internet-Suchmaschinen, SEO, Social Media, Online-Marketing

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