07.01.2014 | Top-Thema Interview mit Klaus Eck

"Wir erleben eine Demokratisierung der Markenpflege"

Kapitel
"Ohne Beziehungen zu externen Bloggern macht eine Blogging-Strategie für Unternehmen keinen Sinn."
Bild: Eck Consulting Group

Das Thema Corporate Blogging erlebt eine kleine Renaissance. Sinnvoll ist eine Blogging-Strategie für Unternehmen allerdings nur, wenn auch der Kontakt zu externen Bloggern gepflegt wird.

acquisa: Herr Eck, Sie bloggen seit 1999. Was war die bisher ungewöhnlichste Situation, mit der Sie als Blogger konfrontiert wurden?

Klaus Eck: Vor sechs Jahren hatte man auf der Frankfurter Buchmesse einen separaten Bereich für Blogger ausgewiesen. Das hatte etwas von einem Blogger Zoo. Dort konnten sich die Messebesucher den Blogger – das unbekannte Wesen – von ganz dicht anschauen. Selbst heute sind Blogger noch vielen Menschen fremd. Ein Blogger ist etwas Unbestimmtes, das nicht verortet werden kann.

acquisa: Können Sie Licht ins Dunkle bringen?

Eck: Menschen unterschiedlichster Berufe können auch Blogger sein. Vom Fachjournalisten über den Unternehmensberater bis hin zu PR-Mitarbeitern, Lobbyisten oder Marketern. Und je nach Branche ticken alle Blogger anders. Bloggen ist in erster Linie Kommunikation und kein Beruf.

acquisa: Auch Firmen haben das Bloggen für sich entdeckt. Immer mehr etablieren hauseigene Blogs. Ist das ausreichend?

Eck: Nein. Ohne Beziehungen zu externen Bloggern macht eine Blogging-Strategie für Unternehmen keinen Sinn.

acquisa: Was können etxerne Blogger, was ein Corporate Blog nicht leisten kann?

Eck: Ein Corporate Blog spiegelt lediglich die Binnensicht wider. Wie bei allen Formen von Owned Media versucht das Unternehmen, hier sich und seine Mitarbeiter aus eigener Sicht darzustellen und diese Sichtweise in die Welt zu tragen. Das hilft, eine Marke zu präsentieren.

Externe Blogger hingegen können die Glaubwürdigkeit einer Marke verbessern und dabei helfen, eine Marke weiterzuentwickeln. Denn sie repräsentieren die Außensicht. Wer Beziehungen zu den bloggenden Influencern seiner Branche aufbaut, profitiert zudem von Multiplikator-Effekten. Lädt ein Unternehmen die Influencer zum Beispiel dazu ein, Gastbeiträge im Firmen-Blog zu schreiben, kommen der eigenen Marke zusätzlich die Reputation und die Reichweite dieser Blogger zugute. Wir erleben quasi eine Demokratisierung der Markenpflege.

Schlagworte zum Thema:  Content Marketing, Kundenbindung, Social Media, Online-Marketing

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