13.02.2014 | Top-Thema Interview mit Gunter Dueck

"Alles wird weitgehend digital"

Kapitel
"Viele Branchen müssen jetzt schnell aufholen."
Bild: Haufe Online Redaktion

Die digitale Transformation ist nichts, das sich nur im Internet abspielt. Und überrascht sollten die Unternehmen davon auch nicht sein.

acquisa: Digitale Transformation ist der Begriff, vor dem alle zittern. Was ist damit eigentlich gemeint?

Gunter Dueck: Man hat sich wohl um die zwanzig Jahre um das Re-Engineering aller Prozesse besonders in der Produktion gekümmert, alles wurde "lean" und "effizient". Nun sind auch die Entscheidungs-, Management- und Vertriebsprozesse dran. Es geht wieder um Effizienz und grob um Industrialisierung der Dienstleistungen. Bei der Produktion kamen Roboter, in die Dienstleistungen das Internet. Es leuchtet auch schon "Industrie 4.0" herauf, die Produktion wird nun vernetzt – noch eine Revolution.

acquisa: Ist die digitale Transformation quasi ein Naturgesetz? Oder kann man sich dem bis zu einem gewissen Grad entziehen – oder zumindest das Tempo rausnehmen?

Dueck: Warum wollen Sie sich entziehen? Tun Sie das nicht schon die ganze Zeit? Ist es nicht so, dass Verlage, Buchhändler, Banken, Versicherungen, der Handel et cetera seit vielen Jahren gelacht und geschlafen haben? Irgendwann (das ist erst seit kurzer Zeit) ist man überrascht gewesen, dass "es uns so schnell erwischt". Nein, es ist nicht schnell gekommen. Das E-Business gibt es offiziell seit dem Jahr 1998. Viele Branchen müssen jetzt schnell aufholen, das liegt aber nicht am Tempo des Netzes, sondern am Rückstand.

acquisa: Wenn Workflows, Prozesse, Geschäftsbeziehungen digital werden: Was heißt das für Unternehmen – intern und in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit?

Dueck: So langsam wird sich eben alles intern und extern industrialisieren ... Wie es endet, ist schwer, allgemein zu sagen. Das hängt vom Unternehmen ab. Sehen Sie: Mein Vater war Bauer. Den hätten Sie vor 50 Jahren gefragt: "Was bedeutet der Trecker für meinen Hof mit den 30 Angestellten?" Die richtige Antwort war, wie wir heute wissen: "In 15 Jahren hast nur du noch selbst einen Halbtagsjob hier – Mähen und Roden geschieht durch Anruf bei Raiffeisen." Später wurden die Fabriken menschenleer. Und nun wird alles weitgehend digital.

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Social Media, Vertrieb, Marketing

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