09.12.2013 | Top-Thema Interview mit Dr. Jens Rothenstein

"Der Shopsoftware kommt eine zentrale Bedeutung zu"

Kapitel
"Fühlen sich Konsumenten schlecht oder nur unzureichend informiert, werden sie von einem geplanten Kauf Abstand nehmen."
Bild: ECC Köln

Auch wenn die Kaufentscheidung im Internet nur einen Klick entfernt ist, hängt sie doch von vielen verschiedenen Faktoren ab. Unter anderem sollten die Onlinehändler alles tun, um ihren haptischen Nachteil auszugleichen.

acquisa: Wie hängen die Shopsoftware und die Performance beziehungsweise die Conversion des Shops zusammen?

Jens Rothenstein: Ob ein Kunde in einem Onlineshop ein Produkt kauft oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Das ECC Köln hat im Rahmen seiner Studie "Erfolgsfaktoren im ­E-Commerce – Deutschlands Top ­Online-Shops" insgesamt sieben verschiedene Faktoren identifiziert, die es für einen erfolgreichen Onlinehändler zu berücksichtigen gilt. Im Einzelnen sind dies die Website-Gestaltung, die Benutzerfreundlichkeit, das Sortiment, das Preis-Leistungsverhältnis, der Service, die angebotenen Zahlungsoptionen und die Versand- und Lieferbedingungen. Der Shopsoftware, als Plattform des Shops, kommt daher eine zentrale Bedeutung hinsichtlich des Erfolgs beziehungsweise der Conversion zu. Sie muss beispielsweise dem Händler Möglichkeiten zur Frontend-Gestaltung oder auch zur Anbindung externer Dienstleister – etwa zur Zahlungsabwicklung und Logistik – ermöglichen. Gleichzeitig müssen Funktionen zur Verkaufsförderung, der personalisierten Besucher- beziehungsweise Kundenansprache und der ansprechenden Produktpräsentation unterstützt werden. Und dies sind nur einige wenige Aspekte, die Einfluss auf die Performance eines Online-Shops haben und nicht zuletzt von der eingesetzten Shopsoftware abhängen.

 

acquisa: Welche absatzfördernden Features sind heute Pflicht? Welche könnten es künftig werden?

Rothenstein: Selbstverständlich sollten heute sicherlich ausführliche und informative Produktbeschreibungen sowie Informationen zur Bezahlung sowie zum Versand und Lieferung sein. Fühlen sich Konsumenten bei diesen Basics schlecht oder nur unzureichend informiert, werden sie von einem geplanten Kauf Abstand nehmen. Insbesondere bei Informationen über das angebotene Produkt hat aus Sicht vieler Konsumenten der stationäre Handel aktuell noch den Vorteil, dass dort die Produkte in die Hand genommen und ausführlich begutachtet werden können. Im Internet fehlt diese haptische Erfahrbarkeit, die Onlinehändler mit hochauflösenden Produktbildern, 360 Grad-Ansichten oder Produktvideos auffangen müssen. Auch das Angebot vielfältiger Beratungsmöglichkeiten, zum Beispiel via Live-Chat, wird eine immer größere Bedeutung einnehmen.

Schlagworte zum Thema:  Versandhandel, Handel, Vertrieb, E-Commerce, Kundenservice, Online-Marketing

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