19.11.2014 | Online

Internetnutzer bevorzugen kostenlose Angebote trotz Datenschutzbedenken

Die Deutschen vertrauen Onlineanbietern eher nicht.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Deutschen bevorzugen kostenlose Onlineangebote, sind sich bewusst, dass sie dafür mit ihren Daten bezahlen, lehnen aber genau das ab. So könnte man die Ergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Vertrauen und Sicherheit im Internet (DIVSI) zusammenfassen.

Mehr als drei Viertel der deutschen Internetnutzer ab 14 Jahren nutzen ausschließlich (62 Prozent) oder vor allem (14 Prozent) kostenlose Onlineplattformen. Und sie sind sich bewusst, dass sie dafür meistens mit ihren Daten bezahlen: 47 Prozent der Befragten stimmen dieser Aussage voll zu, weitere 29 Prozent eher. Das grundsätzlich Geschäfte mit persönlichen Daten gemacht werden, egal ob ein Angebot kostenlos ist oder nicht, glauben sogar 83 Prozent der Deutschen. Dies korrespondiert mit der Aussage von 59 Prozent der Leute, dass sie auch bei kostenpflichtigen Websites nicht wissen, ob ihre Daten wirklich sicher sind.

Deutlich mehr als die Hälfte finden es wiederum gar nicht okay, im Gegenzug für kostenlose Angebote die Nutzerdaten zu Geld zu machen. Ein weiteres Viertel der Befragten findet es eher nicht okay. Für total okay halten diese Praxis nur zwei Prozent. Die zwei zentralen Gründe für diese Skepsis sind: die Angst vor Missbrauch der Daten und fehlendes Wissen darüber, was mit den Daten genau passiert. Ein knappes Drittel stimmt außerdem der Aussage zu, die Daten gehörten nur dem Nutzer.

Für mehr Transparenz zu zahlen bereit wären 35 Prozent, und hier vor allem die Always-on-Nutzer. Auch einen entsprechenden Betrag hat das DIVSI ermittelt: Im Schnitt wären die Zahlungswilligen bereit, 41 Euro pro Jahr zu bezahlen.

Für die Studie "Daten – Ware und Währung" wurden von Dimap repräsentativ gut 1.000 Internetnutzer im Auftrag des DIVSI befragt.

Weitere News zum Thema:

Jugendliche bedienen sich der Privatsphäre-Einstellungen

Händler missachten gesetzliche Vorgaben bei Kundendaten-Speicherung

Behörden setzen verstärkt auf automatisierte Suche nach Datenschutzverstößen

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Online-Marketing

Aktuell

Meistgelesen