04.06.2015 | Serie The Future of Marketing

Internet der Dinge: The end of the world as we know it

Serienelemente
Bild: Bauknecht Hausgeräte GmbH

Die digitale Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft hat gerade erst begonnen. Denn das Internet "verlässt" das Internet. Es wird zum Internet der Dinge, das Gegenstände vernetzt, in dem konstant Daten entstehen – und das alles verändern könnte.

Immer mehr Geräte werden ans Internet angeschlossen. Im kommenden Jahr könnte das sogenannte Internet der Dinge laut Gartner schon aus 4,9 Milliarden vernetzten Dingen bestehen. Bis zum Jahr 2020 soll deren Zahl dann bereits bei 25 Milliarden liegen. Vielleicht auch mit einer Null mehr, wer will das angesichts der dynamischen technischen Entwicklung schon mit Sicherheit beurteilen.

Denn Mobiltelefone, Registrierkassen oder Autos sind erst der Anfang. Am Horizont erscheint schon die Vision eines Internet of Everything. Einer Welt, in der theoretisch nahezu alle Gegenstände (oder dann Geräte), Maschinen und Menschen miteinander vernetzt sein können. Und nicht nur das: Über intelligente Sensoren entstehen parallel riesige Mengen an weiteren Informationen über die jeweilige Umgebung. Oder über uns selbst. Noch einen Weg ohne digitale Hilfe zu finden, ist ja bereits heute für viele nicht (mehr) vorstellbar. Dabei ist das eine sehr rudimentäre Funktion des Agierens in Abhängigkeit von der Umwelt und mit Wirkung auf sie.

Beim Internet der Dinge spielen auch Trends wie Quantified Self oder Sharing Economy eine Rolle. Denn viele unserer eigenen Bedürfnisse könnten künftig automatisch erkannt werden, sei es über den Umweg eines leeren Kühlschranks oder direkt am Mann oder der Frau. Und die Sharing Economy könnte zum Beispiel davon profitieren, dass Autos ihre Benutzer erkennen. Oder gleich autonom handeln, indem sie sich, nachdem der letzte Sharer ausgestiegen ist, automatisch zu einem günstigen Ausgangspunkt für die nächste Fahrt (zum Beispiel in der Innenstadt) bewegen oder zum Reifenwechsel.

Individualisierung ist das Zauberwort, die mit dem Internet der Dinge noch einmal deutlich an Fahrt gewinnt. Sei es im Marketing, sei es bei den Produkten und Dienstleistungen.

Wenn eine Entwicklung so tief in den Alltag eingreift, entstehen automatisch neue Märkte. Und das werden aller Voraussicht nach Märkte sein, die viel von Kollaborationen leben. Größtenteils abgeschottete Ökosysteme wie das von Apple werden nicht mehr aufrecht zu erhalten sein, denn der Business-Vorteil entsteht ja gerade durch den möglichst ungehinderten Fluss der Daten und durch ihre "richtige" Verarbeitung. Was wiederum die größte Herausforderung für die Unternehmen darstellen dürfte: Welche Daten sagen was aus?

Die wirklich spannenden neuen Businesses entstehen derzeit jedenfalls da, wo die technischen Möglichkeiten ausgereizt werden. Das können Techniken der Steuerung auf Datenbasis sein (wie bei selbstfahrenden Autos) oder neue Marktplätze für alltägliche Bedürfnisse wie Uber und Airbnb. Wenn solche Anbieter ihre Märkte – beziehungsweise die früheren Märkte anderer – schon filmreif umkrempeln, was ist dann erst mit den Daten aus dem Internet der Dinge möglich? Click & Collect und ähnliche Ansätze muten da heute schon wie Krücken über den digitalen Graben an. Die Margenhebel bei der Verwandlung von Daten in Dienstleistungen (passend zu bestehenden Dingen) sind viel größer. Produkte werden noch seltener als heute ohne begleitende Services zu denken sein.

Der Kunde zahlt für eine Gesamtleistung, nicht mehr für ein bestimmtes Ding. Ignorieren ist, wie schon beim "klassischen" Internet, jedenfalls absolut keine Lösung.

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Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Digitalisierung, Social Media, Mobile Marketing, Internet der Dinge, Big Data

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