22.01.2015 | Studie

Das Internet der Dinge ist für die meisten Unternehmen noch weit weg

Die meisten Unternehmen haben die Möglichkeiten des Internet der Dinge noch nicht entdeckt.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Die meisten Führungskräfte glauben nicht, dass ihr Unternehmen vom Internet der Dinge profitieren wird. Dabei sind die Wachstumschancen groß. Die Politik trägt allerdings oft nicht gerade dazu bei, die wirtschaftliche Fantasie anzuregen.

Das Internet der Dinge könnte bis zum Jahr 2030 mit 14,2 Billionen US-Dollar zur globalen Wirtschaftsleistung beitragen. Dies geht aus einer Studie von Accenture hervor. Diese potenziellen Einnahmen stehen jedoch zur Disposition, denn weder von Unternehmens- noch von staatlicher Seite würden ausreichende Anstrengungen unternommen, um die benötigten Voraussetzungen zur umfangreichen Verbreitung neuer digitaler Technologien zu schaffen.

Das Internet der Dinge ermöglicht die Entwicklung neuer digitaler Services und Geschäftsmodelle mittels intelligenter, miteinander vernetzter Endgeräte und Maschinen (mehr zum Internet of Anything). Diese Symbiose ist der Schlüssel für massives zukünftiges Wachstum in den entwickelten Märkten, wie die Studie "Winning with the Industrial Internet of Things" prognostiziert. Allein in den USA werden Investitionen in das Internet der Dinge und die daraus resultierenden Produktionsschübe bis 2030 voraussichtlich 6,1 Billionen US-Dollar zum kumulativen BIP beitragen. Würden die Vereinigten Staaten von Amerika 50 Prozent mehr in die Technologien des industriellen Internet der Dinge und dessen ausschlaggebende Infrastruktur - wie Anwendungsfähigkeiten und das Breitbandnetz - investieren, könnte der Zuwachs 7,1 Billionen US-Dollar betragen. Das BIP könnte demnach um 2,3 Prozent stärker wachsen, als es die bisherigen Trendprognosen voraussagen. Gleiches gilt für den Standort Deutschland. So könnte die Bundesrepublik ihr kumulatives BIP bei ähnlichen Investitionsanstrengungen um 700 Milliarden US-Dollar - also um 1,7 Prozent - in 2030 steigern.

Allerdings ist dieses Wachstum keineswegs gesichert, wie die Befragung von 1.400 Führungskräften globaler Unternehmen, darunter 736 CEOs, zeigt. 73 Prozent der Befragten haben nämlich bis dato keine konkreten Pläne für das Internet der Dinge. Über eine umfassende digitale Strategie verfügen lediglich sieben Prozent der Teilnehmer.

Diese fehlende Überzeugung hinsichtlich des Internet der Dinge ist maßgeblich auf die Herausforderung zurückzuführen, die neuen Strukturen in Ertragsströme zu überführen. Obgleich die Mehrheit (57 Prozent) der Unternehmen neues Wachstum als zentrale Stärke des Internet der Dinge wahrnimmt, geht nur einer von sieben Befragten davon aus, dass das eigene Unternehmen tatsächlich davon profitieren wird. Für die meisten Unternehmen (44 bis 46 Prozent) stehen vielmehr Effizienzziele und damit die produktivitätssteigernden (44 Prozent) sowie betriebskostensenkenden (46 Prozent) Effekte des Internet der Dinge im Vordergrund.

Eine Analyse von Accenture in 20 Schlüsselvolkswirtschaften zeigt auf, dass viele Länder nur eine unzureichende Basis für die rasche Implementierung des Internet der Dinge bieten. An der Spitze bewegen sich die USA, die Schweiz, Skandinavien und die Niederlande.

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Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Kundenservice, Mittelstand, Digitalisierung, Internet der Dinge

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