Schreien müssen sie eigentlich nicht, die wirklich guten Influencer. Bild: MEV-Verlag, Germany

Influencer Marketing ist der aktuelle Hype der Werbewelt. Doch was steckt dahinter? Wie wirkt es? Und vor allem: Wie funktioniert es? G+J e|MS ist diesen Fragen nachgegangen, hat die Wirkung gemessen und daraus abgeleitet die Do’s sowie Don’ts ermittelt.

Mit der Studie soll ausführlich beleuchtet werden, was hinter dem Marketing-Hype steckt. Denn wie in allen anderen Marketing-Disziplinen, kann man auch bei der Arbeit mit Influencern viel richtig, aber eben auch viel falsch machen. G+J e|MS ist deshalb den wichtigsten Fragen nachgegangen und hat aus den Antworten die Wirkung gemessen und Handlungsanweisen abgeleitet. Zu Wort kamen Marketing-Experten, Influencer sowie Follower.

Influencer gelten als ehrlich und unabhängig

Mehrere Influencer-Kampagnen aus unterschiedlichen Branchen wie FMCG, Sportartikel, Gesundheit und Finanzdienstleistungen wurden begleitet. Dabei hat die Befragung der Follower gezeigt, dass diese die Influencer zumeist als ehrlich und unabhängig empfinden, deren Botschaften jedoch durchaus als Markenkommunikation verstehen.

Die Messung der Wirkung zeigt folgende Ergebnisse:

  • Aufmerksamkeit: Den Followern fällt auf, wenn ein Influencer eine Marke erwähnt, die Botschaft wird dabei der werbenden Marke auch eindeutig zugeordnet. Mit einem Zuwachs von rund 28 Prozent schaffen Influencer-Kampagnen damit in hohem Maße Aufmerksamkeit für eine Marke.
  • Markenbekanntheit: Die Brand Awareness wird dadurch um durchschnittlich 7,4 Prozent gesteigert. Bei zuvor unbekannten Marken kann die Bekanntheit sogar mehr als verdoppelt werden.
  • Image: Influencer-Kooperation stärken die Nähe zwischen Marke und Follower. Das führt zu deutlich gestiegenen Werten für Sympathie, Vertrauen und Glaubwürdigkeit.
  • Handlungsimpulse: Die Kaufbereitschaft für eine Marke wird durch Kooperationen mit Influencern im Schnitt um 23 Prozent gesteigert, die Bereitschaft eine Marke weiterzuempfehlen sogar um 31 Prozent.

Kaufentscheidung: Onliner lassen sich von Influencern überzeugen

Frank Vogel, Sprecher der Geschäftsleitung von G+J e|MS ist überzeugt, dass Unternehmen bei der Werbeerinnerung neue Wege gehen müssen. Die Studienergebnisse würden belegen, dass die Zusammenarbeit mit Influencern so ein neuer Weg sein kann. Jedoch führt der nur dann zum Ziel, wenn wichtige Do’s und Don’ts beachtet werden.

Die Do‘s:

  • Multiplikatoren-Marketing funktioniert, um neue Zielgruppen zu erreichen. Und zwar nicht nur bei jungen Menschen, sondern auch bei Zielgruppen ab 40 Jahren. 37 Prozent dieser Altersgruppe haben einen Lieblings-Influencer, dessen Content sie regelmäßig verfolgen.
  • Beachten Sie die unterschiedliche Nutzung der Social-Media-Kanäle. Während sich manche für das Liken von Inhalten eignen, sind andere ideal, um Kommentarfunktionen zu nutzen. Dann gibt es noch jene, die bevorzugt zum passiven Konsum genutzt werden.
  • Kennzeichnen Sie die Beiträge als Werbung. Damit lassen sich Reaktanzen vermeiden, zumal 87 Prozent der User sich dafür aussprechen.
  • Tauschen Sie sich während der Kampagne mit den Influencern aus. Klare Briefings zu Produkt, Inhalten, Timing und Ablauf garantieren den reibungslosen Ablauf der Kampagne.
  • Achten Sie auf inhaltliche Vielfalt. Es gibt mehr als nur Gewinnspiele. Gerade Produktempfehlungen und -vorstellungen bleiben über der Hälfte der User im Gedächtnis. Bei 43 Prozent der Nutzer haben Influencer-Kampagnen bereits zu einem Kaufimpuls geführt.

Die Don’ts:

  • Verlassen Sie sich nicht nur auf Ihr Bauchgefühl. Bei der Auswahl des Influencers sind dessen Zielgruppe und KPIs, die Anzahl der Follower, Views, Kommentare, die Interaktionsrate sowie Stil und Qualität für Sie relevant.
  • Drücken Sie Ihre CI nicht um jeden Preis durch. Glaubwürdigkeit erzielen Kampagnen erst durch die Authentizität und den eigenen Stil des Multiplikators.
  • Werden Sie nicht zum Regisseur des Influencers. Lassen Sie ihn frei und kreativ arbeiten, denn er weiß, wie seine Community tickt.
  • Schauen Sie nicht nur auf die großen Social-Media-Stars. Micro-Influencer können mit ihren Aktivitäten eine deutlich höhere Interaktion erzielen. 48 Prozent der User haben einen Lieblings-Influencer, bei den 14- bis 24-Jährigen sind es sogar 65 Prozent.

Influencer Marketing und Reichweite: Alles totaler Käse?

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Marketing, Kundenbindung

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