27.04.2016 | Interview mit Philipp John

"In erster Linie zählt die Reichweite"

"Grundsätzlich wollen wir die Einstiegshürde niedrig halten."
Bild: ReachHero

Influencer Marketing ist gerade ein großes Thema. Doch wie funktioniert es? Und wer sind die passenden Influencer? Philipp John, COO von Reachhero, gibt im Interview mit acquisa Antworten.

Influencer Marketing ist gerade ein großes Thema. Wie funktioniert Reachhero für Unternehmen?

Wir haben einen Plattform-Ansatz. Die Influencer melden sich bei uns an und Unternehmen können dann Kampagnen ausschreiben mit Angaben zum Budget, zum Produkt, zur gewünschten Einbindung etc. Die Influencer bewerben sich anschließend darum und die Unternehmen können sich ein Angebot aussuchen. Reachhero stellt auch die Daten zur Verfügung, die zur Auswahl der Influencer nötig sind sowie das Reporting nach der Kampagne. 

Wir raten allerdings dazu, dem Influencer möglichst viel Freiheit zu lassen, sonst könnte man ja auch einfach ein Imagevideo machen. Und wir kennen die Zielgruppe, die teilweise sehr jung ist. Außerdem haben wir selbst Youtuber im Team, die das alles gut einschätzen können.

Woran bemisst sich die Bedeutung eines Influencers? Gibt es andere Faktoren neben der Reichweite?

Unsere Influencer sollten mindestens 1.000 Abonnenten auf einem Kanal haben. Die, die viel gebucht werden, haben aber eine deutlich höhere Reichweite. Grundsätzlich wollen wir die Einstiegshürde niedrig halten. Außerdem kann Wachstum in den Social Media ja sehr schnell gehen. In erster Linie zählt die Reichweite, aber natürlich schauen wir zum Beispiel auch, wer zu welchen Produktgruppen passt.

Wie stellt man eine gewisse Authentizität sicher, um die es den Werbetreibenden letztlich ja geht? Man hat manchmal den Eindruck, es geht nur noch darum, Produkte ins Bild zu halten.

Wir verstehen uns prinzipiell erstmal als Plattform, die das Influencer Marketing skalierbar macht. Aber wir beraten natürlich auch. Denn einerseits soll die Einbindung professionell sein, aber halt auch nicht total plump. Es muss ein Mehrwert sein: entweder Entertainment oder ein informativer Ansatz, der das Produkt erklärt.

Ein schönes Beispiel ist Ergo: Der erste Schritt war eine App für Kinder, die Youtuberin hat das mit ihrem Neffen gemacht. Das war super authentisch. Die hatten in den ersten paar Wochen tausende Downloads. Im Beauty-Bereich ist es natürlich direkter, da geht es schon mal Richtung Homeshopping.

Wie wichtig ist der Influencer-Longtail jenseits der großen Stars mittlerweile für das Marketing?

Ich nenne das nicht Longtail. Denn die zweite Reihe der Influencer hat immer noch ab 100.000 Views im Schnitt. Das ist professionell, aber kostet nicht die Preise wie die erste Liga der Youtube-Stars. Das ist für uns ein sehr starkes Segment. Longtail nennen wir eher Micro-Influencer. Dafür haben wir ein eigenes Tool. Die Werber laden Content hoch, die Youtuber nutzen ihn, abgerechnet wird performance-basiert.

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Große Teile der Marketingbranche scheinen vom Influencer-Virus befallen zu sein. Jeder will präsent sein - und das möglichst authentisch und mit Reichweite.
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Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Social Media, Influencer Marketing

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