09.04.2015 | Serie The Future of Marketing

Industrie 4.0: Wertschöpfung optimiert sich selbst

Serienelemente
Big Data soll für mehr Überblick über die Wertschöpfungskette sorgen.
Bild: Bosch Deutschland

Die Welt der Maschinen soll immer stärker mit der digitalen Welt verschmelzen. Und die Wertschöpfungskette sich mithilfe von Big-Data-Lösungen selbst organisieren und optimieren. Der Haupttreiber dieser sogenannten Industrie 4.0 ist die Steigerung der Ressourceneffizienz.

Über das Internet der Dinge, also die Vernetzung von und autonome Kommunikation zwischen verschiedenen Geräten, wird schon seit längerer Zeit diskutiert. Wer dabei an die Vernetzung des eigenen Kühlschranks mit dem örtlichen Rewe-Markt denkt, liegt aber nur zum Teil richtig. Die größten Potenziale einer vernetzten Industrie 4.0 werden – wie der Name schon sagt – derzeit in der industriellen Anwendung gesehen.
Entsprechend definiert die Plattform Industrie 4.0, ein gemeinsames Projekt der Industrieverbände Bitkom, VDMA und ZVEI, Industrie 4.0 als "eine neue Stufe der Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette über den Lebenszyklus von Produkten. Dieser Zyklus orientiert sich an zunehmend individualisierten Kundenwünschen und erstreckt sich von der Idee, dem Auftrag über die Entwicklung und Fertigung, die Auslieferung eines Produkts an den Endkunden bis hin zum Recycling, einschließlich der damit verbundenen Dienstleistungen." Und damit sind wir mitten im Thema Big Data: "Basis ist die Verfügbarkeit aller relevanten Informationen in Echtzeit durch Vernetzung aller an der Wertschöpfung beteiligten Instanzen sowie die Fähigkeit, aus den Daten den zu jedem Zeitpunkt optimalen Wertschöpfungsfluss abzuleiten. Durch die Verbindung von Menschen, Objekten und Systemen entstehen dynamische, echtzeitoptimierte und selbst organisierende, unternehmensübergreifende Wertschöpfungsnetzwerke, die sich nach unterschiedlichen Kriterien wie beispielsweise Kosten, Verfügbarkeit und Ressourcenverbrauch optimieren lassen." Eine zentrale Rolle spielen dabei Sensoren. "Die Produkte sind eindeutig identifizierbar, jederzeit lokalisierbar und kennen ihre Historie, den aktuellen Zustand sowie alternative Wege zum Zielzustand." Das klingt komplex – und ist es auch, deshalb steht die Industrie bei diesem Big-Data-Szenario noch relativ am Anfang. Im Gegensatz zu anderen Bereichen wie dem oft personenbezogenen Marketing, ist das industrielle Umfeld ein ideales Anwendungsgebiet. In der Studie "Innovationspotenzialanalyse für die neuen Technologien für das Verwalten und Analysieren von großen Datenmengen (Big Data Management)" im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie heißt es zur Industrie 4.0 unter anderem: "Hier anfallende Daten sind in der Regel nicht personenbezogen, sondern beschreiben den Zustand von Maschinen, Produktionsabläufen und Warenströmen." Im Allgemeinen sei kein Rückschluss auf einzelne Personen notwendig.

Die Vorteile liegen auf der Hand: "Big Data kann einen höchstmöglichen Überblick über den aktuellen Produktionsstand sowie präzise Vorhersagen zu möglichen Zuständen in der Zukunft ermöglichen. Darüber hinaus kann ein vollkommen neuer Grad der Automatisierung erreicht werden." Es gelte jedoch, so die Studienautoren, die dafür notwendigen Werkzeuge und Methoden zu entwickeln. Einerseits müssten die Datenanalysen so aufbereitet werden, dass sie von den Mitarbeitern unkompliziert zur schnellen Optimierung von Betriebsabläufen genutzt werden können. Andererseits müssten diese Informationen auch zur planerischen Optimierung von Geschäftsprozessen genutzt werden. Eine weitere Voraussetzung seien geeignete Methoden und Werkzeuge zur Entwicklung und zum Betrieb von innovativen und industrienahen Dienstleistungen auf der Basis von Big Data. Mehr über das Internet der Dinge und die Industrie 4.0.

Schlagworte zum Thema:  Big Data, Digitalisierung, Kundenservice, Internet der Dinge, Online-Marketing, Social Media, Mobile Marketing

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