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Industrie 4.0: Unternehmen machen kaum Fortschritte

Der Fortschritt stagniert, der Optimismus bleibt dennoch ungebrochen.
Bild: Corbis

Fast jedes zweite deutsche Unternehmen hat im vergangenen Jahr in Sachen Industrie 4.0 keine oder nur kleine Fortschritte gemacht. Das geht aus einer Studie von McKinsey hervor. Erstaunlich ist dieses Ergebnis auch, weil die Unternehmen behaupten, die Dringlichkeit erkannt zu haben.

Gerade einmal jedes zehnte Unternehmen hat der Studie "Industry 4.0 after the initial hype“ zufolge Industrie-4.0-Anwendungen und -strategien bereits umgesetzt. Die Vorreiter investieren im Schnitt 18 Prozent ihres jährlichen Forschungsetats in relevante Themen, bei den Nachzüglern sind es hingegen weniger als acht.

Es stelle sich eine gewisse Ernüchterung bei dem Thema ein, sagt McKinsey-Partner Dominik Wee. Zwar hätten fast alle Unternehmen die Dringlichkeit erkannt, doch nur wenige hätten es geschafft, einen proaktiven Nutzen aus Industrie-4.0-Anwendungen wie der Datenanalyse oder dem 3-D-Druck zu ziehen, Geschäftsmodelle wurden ebenso wenig angepasst.

Industrie 4.0 wird als Chance gesehen

Optimistisch ist man in den Unternehmen trotzdem: 92 Prozent geben an, Industrie 4.0 als Chance, nicht als Bedrohung zu sehen. Und die Hälfte ist sich der Tatsache bewusst, dass damit die Wettbewerbsfähigkeit gesteigert werden kann. Gerechnet wird sogar mit einer Kostenverbesserung um zehn sowie einem Umsatzwachstum um ebenfalls zehn Prozent.

Eine Strategie, um die Digitalisierung zu bewältigen, hat dennoch nur jedes fünfte Unternehmen und nur in einem Drittel sind die Verantwortlichkeiten klar geregelt. Oft liege dies an trivialen Hindernissen wie einer fehlenden Koordinierung, mangelndem Mut zur Veränderung, fehlendem Personal, Bedenken bei der Cybersicherheit oder einer vermeintlich fehlenden Geschäftsgrundlage.

Um diese Barrieren zu überwinden, brauche es ein klares Bekenntnis der Vorstandsebene, das Thema Industrie 4.0 voranzutreiben, so Wee weiter. Der McKinsey-Report zeige außerdem ein weiteres Bild: In nur 19 Prozent der Unternehmen verantwortet der CEO selbst die Strategie.

Für die Studie wurden 300 Entscheider aus Industrieunternehmen in Deutschland, den USA und Japan befragt.

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