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Employer Branding hört nie auf, das Storytelling geht weiter. Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

Neue Mitarbeiter sind erfolgreich rekrutiert, die Bewertungen auf kununu glänzen und die Karriereseite ist gefüllt mit großen und kleinen Momenten aus dem Team? Wer sich jetzt direkt ins nächste Projekt stürzen will, hat weit gefehlt. Employer Branding ist eine Geschichte, die – genau wie die Unternehmensgeschichte selbst – immer weitererzählt werden muss. 

Ob attraktive Konkurrenz, Fluktuation, sich verändernde Bedürfnisse der Mitarbeiter oder Wachstum in einzelnen Unternehmensbereichen – auch wenn kurzfristige Recruitingziele erreicht wurden, muss bei der Employer Brand langfristig gedacht werden. Denn wird nach den ersten Erfolgen auf eine Fortsetzung anstatt auf das große Happy End gesetzt, kann bei Bedarf auf ein Netzwerk aus passenden Kontakten und spannenden Bewerbern zurückgegriffen werden. Doch wie wird die attraktive Arbeitgebermarke nachhaltig gepflegt?

Der Weg ist das Ziel: Etablieren einer Employer Brand

Mit dem War for Talents wird eine individuell gestaltete und aktiv gepflegte Arbeitgebermarke zur Pflicht, denn wie ein Unternehmen tatsächlich tickt, verrät keine schicke Image-Kampagne. Die Werte, das Arbeitsumfeld im Team und die kleinen Anekdoten, die intern wichtig sind, bestimmten die eigene Unternehmenskultur. Wird davon auch außerhalb des Unternehmens erzählt, zeichnet sich ein authentisches und sympathisches Bild bei potentiellen Bewerbern ab.

Dieses Bild darf natürlich nicht mit den ersten erfolgreich rekrutierten Mitarbeitern abreißen. Intern beispielsweise mit einem inspirierenden Brandbook, Jahresbericht oder Teamevent und extern mit immer wieder neuen Geschichten von Mitarbeitern, Partnern und Führungskräften etabliert sich eine langfristige Employer-Branding-Story. Die Flatsharing-Plattform Airbnb zum Beispiel hat seine Werte „Erschaffe“, „Lerne“ und „Spiele“ auf der Karriereseite ganz oben auf die Agenda gesetzt und lässt immer wieder Community, Gastgeber, Praktikanten und Employer-Branding-Zielgruppen, wie Eltern, in Videos von ihrer Arbeit erzählen.

Mitarbeiter immer wieder für sich gewinnen: Storytelling für Führungskräfte

Soll eine Arbeitgebermarke begehrlich wirken und authentisch sein, muss sie sich natürlich im tagtäglichen Arbeiten widerspiegeln. Glückliche Mitarbeiter sind hiermit das A und O. Um diese dauerhaft zu motivieren, von der Unternehmensvision zu begeistern und zum Weitererzählen anzuregen, sollten Manager und Führungskräfte auf ihre eigenen Geschichten setzen. Ängste, Konflikte, Niederlagen und neue Herausforderungen machen dabei ein Abenteuer genauso aus wie kleine Anekdoten oder das Happy End und sorgen dafür, dass das Publikum wirklich zuhört. Dabei müssen die Leadership Storys nicht immer aufwendig aufbereitet sein: Vor vier Jahren übernahm Satya Nadella den CEO-Posten bei Microsoft. Seinen Amtsantritt begann er mit einer einfachen Mail an Mitarbeiter und Öffentlichkeit. Mit seiner Lebensgeschichte als roten Faden formulierte er in nur wenigen Worten eigene Werte und Visionen, schuf Vertrauen und würdigte den bisherigen Weg Microsofts.

Langfristig in die Top 10: Authentisch im Arbeitgeberranking

Arbeitgeberbewertungsportale wie kununu oder glassdoor bieten interessierten Bewerbern Einblicke ins Unternehmen – ungeschönt von anderen Bewerbern, Auszubildenden und aktuellen Mitarbeitern. Doch auch Manager können das Ranking für sich nutzen, denn hier bekommen sie ehrliches Feedback aus dem Team. Wer mit zufriedenen Mitarbeitern überzeugt, wird auf kununu und Co. schnell punkten und auf der Rankingliste nach oben klettern. Neben der Qualität, spielt dabei vor allem auch die Quantität der Kommentare für die Aufnahme ins Ranking eine Rolle. Damit Unternehmen auch unter den Top 10 ihrer Branche bleiben und die Bewertungen auf die Employer Brand positiv einzahlen, müssen die eigenen Mitarbeiter regelmäßig um Feedback gebeten werden. Eine Bewertung ist schnell gemacht – so werden auch die glücklichen Mitarbeiter deutlich sichtbar. Auf negative Kommentare wiederum muss direkt reagiert werden. Unternehmen sollten genau solche Bewertungen nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern, wenn die Kritik gerechtfertigt ist, kontinuierlich daran arbeiten. Beschweren sich die Mitarbeiter zum Beispiel vermehrt über veraltete Technik, kann hier schnell und schon mit wenigen Mitteln entgegengesteuert werden.

Employer Brand und Unternehmenskultur werden Eins

Die Geschichte der Employer Brand wird von allen Personen in einem Unternehmen geschrieben. Für eine einheitliche Dramaturgie müssen Arbeitgebermarke und die tagtäglich gelebte Unternehmenskultur Eins werden. Wissen Mitarbeiter in welcher Werte-Welt sie sich befinden und haben die Vision immer klar vor Augen, können sie diese Unternehmenskultur auch an neue Teammitglieder weitergeben und die Employer Branding Story immer wieder weitererzählen.


Über die Autorin:

Miriam Rupp ist Gründerin und gemeinsam mit Nora Feist Geschäftsführerin von Mashup Communications, einer Berliner Agentur für PR und Brand Storytelling. In ihrem Buch "Storytelling für Unternehmen" beschreibt Miriam Rupp, wie Geschichten zum Erfolg in Content Marketing, PR, Social Media, Employer Branding und Leadership führen.

Schlagworte zum Thema:  Marke, Employer Branding, Content Marketing, Markenführung, Arbeitgebermarke

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