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Showrooming nimmt zu

Im Laden anprobieren, im Internet kaufen. Der stationäre Handel muss sich was überlegen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Der stationäre Handel setzte bislang auf den ROPO-Effekt: Kunden informieren sich online, um dann im Laden einzukaufen. Aktuelle Analysen sprechen eine andere Sprache, denn häufig läuft es genau umgekehrt. Ein schlechtes Gewissen haben die Wenigsten dabei.

Stationäre Händler gingen bislang davon aus, dass sich Kunden zwar online informieren, ein gewisser Anteil aber dennoch im Laden kauft. Aktuelle Analysen zeigen jedoch, wie dringend sich der Handel auf veränderte Einkaufsgewohnheiten der Kunden einstellen und handeln muss. Viele (75 Prozent) informieren sich heute im Geschäft, um schließlich online einzukaufen – einige erledigen dies sogar direkt mobil via Smartphone.

Um Umsatzeinbußen durch Showrooming zu vermeiden, könnten Händler ihre Besucher beispielsweise mit Push-Aktionen direkt vor Ort ansprechen oder im Nachgang über Retargeting oder Mailing-Aktionen noch zum Kauf animieren, sagt Mischa Rürup, Studienautorin und COO von Intelliad Media. Wichtig sei es, die Offline- mit der Online-Welt zu verzahnen und so einen ganzheitlichen Überblick über die Customer Journey und individuelle Kundenwünsche zu erhalten.

Ein schlechtes Gewissen hält Wenige ab

Das veränderte Einkaufsverhalten der Konsumenten beweist auch folgendes Umfrageergebnis: Schon heute werden am Haupteinkaufstag, dem Samstag, 22 Prozent mehr Onlinekäufe via Smartphone getätigt als an anderen Wochentagen. Der Verdacht liegt deshalb nahe, dass zumindest ein Teil dieser mobilen Einkäufe in Innenstädten und Einkaufszentren getätigt werden. Eine Umfrage von Yougov im Auftrag von Intelliad bestätigt jedenfalls, dass ein Viertel der jüngeren Erwachsenen zwischen 18 und 34 Jahren zugibt, ein Produkt nach dem Test im Laden via Smartphone gekauft zu haben. Die Mehrheit (67 Prozent) hat dabei keinerlei schlechtes Gewissen.

Weitet man die Frage von Smartphone und Desktop-Rechner auf Tablets aus, so bestätigen sogar drei Viertel der Deutschen dieses Einkaufsverhalten. Im Schnitt sind es etwas mehr Männer (78 Prozent) als Frauen (72 Prozent), die auf diese Weise einkaufen, weil mehr Frauen als Männer das Gewissen plagt, wenn sie den stationären Handel zum Showrooming nutzen.

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Schlagworte zum Thema:  Handel, Mobile Commerce, Online-Marketing, Kundenbindung, Kaufverhalten, Multichannel

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