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Fünf goldene Regeln für Dashboards

Geschäftsführung oder Vorstand brauchen Informationen anders aufbereitet als Mitarbeiter aus der Fachabteilung.
Bild: Michael Bamberger

Dashboards haben den Zweck, Daten komprimiert und in einer ansprechenden Form aufzubereiten, so dass sie bei der Entscheidungsfindung helfen. Wie man sie richtig gestaltet und was dabei zu beachten ist, beschreibt Stefan Müller, Head von BI bei der It-Novum GmbH.

Richtig und sinnvoll mit Informationen umzugehen, ist nicht leicht. Gemeinhin herrscht in vielen Firmen der Glaube, dass mehr Daten auch mehr Informationsgehalt bedeute. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Wer seine Unternehmensinformationen richtig nutzen möchte, muss sie so einfach wie möglich darstellen. Folgende Regeln helfen.

Regel 1: Diagramme sind der Hauptbestandteil des Dashboards

"In 2013 war unser Umsatz 4.987.739 Euro, im Vorjahr verzeichneten wir 3.677.384 Euro". Nur ein Rechenkünstler kann hier auf Anhieb erkennen, wie stark der Umsatz gestiegen ist – die zentrale Aussage des Satzes. Den Inhalt eines Dashboards sollte man jedoch auf einen Blick verstehen. Komplizierte Tabellen und lange Texte verwirren den Leser und sollten daher in Diagrammen visualisiert werden. Sie zeigen den Inhalt wesentlich schneller und effizienter an, weil der Betrachter rasch die wichtigen Informationen erfassen kann. Daneben helfen sie, Platz zu sparen. Vorsicht aber bei der Auswahl des Diagrammtyps: wenn ein Diagramm zu viel Platz braucht, um seine Daten zu visualisieren, besser ein anderes wählen.

Regel 2: Ein Dashboard besitzt eine hohe Informationsdichte

Um ausreichend Platz für die wichtigsten Daten zu haben, sollte ein Dashboard immer den gesamten Bildschirm ausfüllen. Auf Bilder (zum Beispiel Hintergrundgrafiken oder Fotos) sollte man ganz verzichten, weil sie nur vom Wesentlichen ablenken. Sobald alle wichtigen Daten im Dashboard platziert sind, ist es besser, keine weiteren Informationen hinzuzufügen, auch wenn noch Platz frei ist. Kuchendiagramme sind zu vermeiden, weil sie entgegen der allgemeinen Meinung nicht besser lesbar sind als Balkendiagramme, aber fast doppelt so viel Platz brauchen.

Regel 3: Einfache Darstellung von Inhalten

3D-Diagramme sehen zwar beeindruckend aus, sind aber schlecht zu lesen. Man sollte daher auf ihren Einsatz verzichten. Bei einem Dashboard geht es darum, Inhalte verständlich darzustellen, und nicht, den ersten Preis für die ausgefallenste Datenvisualisierung zu gewinnen. Wenn sie keine Aussage besitzen, sollte man daher generell auf Gestaltungselemente verzichten: Animationen gehören genauso wenig in ein Dashboard wie viele bunte Farben. Auch, wenn es langweilig klingt, sind Graphen am besten lesbar, wenn sie in unterschiedlichen Grautönen dargestellt werden. Vermeiden Sie helle Farben, sie heben Daten nur unnötig hervor und verfälschen das Interpretationsergebnis. Setzen Sie Signalfarben sparsam ein und nur dann, wenn der Inhalt explizit hervorgehoben werden soll.

Verschiedene Arten von Datenvisualisierungen werden unterschiedlich gelesen. Man weiß inzwischen, dass die Anordnung und Darstellung der Daten großen Einfluss darauf hat, wie sie interpretiert werden. Außerdem gibt es bestimmte Verhaltensmuster beim Lesen von Diagrammen: Zeiteinheiten werden normalerweise von links nach rechts erfasst. Deshalb sollte man die zeitliche Entwicklung (Tage, Monate, Jahre) immer auf der X-Achse ansiedeln. Strukturen wie beispielsweise Produkte gehören dagegen auf die Y-Achse.

Regel 4: Vergleichsdaten erheben und darstellen
Diagramme sind dazu da, Vergleiche zu zeigen. So logisch das klingt, so schwierig scheint manchmal die Umsetzung. Diagramme, die viele Vergleiche enthalten, sind verständlicher und aussagekräftiger als solche, die wenige Vergleiche darstellen. Ein Diagramm, für dessen Verständnis erst der dahinterliegende Bericht konsultiert werden muss, ist fehlkonzipiert. Man sollte daher mindestens drei der folgenden (exemplarischen) Werte verwenden: Zielwerte, Vorjahreswerte, Zeitserien (die letzten Wochen, Monate oder Jahre), Werte von Konkurrenten etc. Bei Balkendiagrammen sollten die Balken immer sortiert sein, weil sie leichter zu lesen sind.

Regel 5: Ein Dashboard besitzt ein einheitliches Design

Dashboards sollten ein einheitliches Aussehen besitzen. Dazu gehört, alle Elemente möglichst standardisiert darzustellen. Verwenden Sie beispielsweise das gleiche Symbol für alle Zielwerte. Gleiches betrifft die Farbwahl. Vor der Erstellung eines Dashboards sollte man über ein Farb- und Schriftenkonzept verfügen. Dadurch bekommt es ein aufgeräumtes und ruhiges Aussehen. Betrachter reagieren verwirrt darauf, wenn gleiche Inhalte mit verschiedenen Diagrammen dargestellt werden. Sie sollten daher darauf verzichten. Auch bei der Wahl der Dimensionen eines Diagramms ist Zurückhaltung geboten. Empfehlenswert ist es, in einem Diagramm maximal sechs Dimensionen zu verwenden, zum Beispiel Zeit, Kategorisierung (gut, mittel, schlecht), Ist-Wert, Zielwert, Produkt.

Schlagworte zum Thema:  Business Intelligence, Database, Analytics, CRM, Big Data

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