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Facebook verdrängt andere Kommunikationskanäle

Schlechte Nachrichten für Google: Zwei von drei Usern steuern inzwischen die Startseite ihres bevorzugten Sozialen Netzwerks häufiger an als die Homepage des Suchmaschinen-Riesen.

Die Relevanz Sozialer Netzwerke für Onliner hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Pwc untersucht. Demnach ist das mit Abstand beliebteste Soziale Netzwerk, das regelmäßig aufgerufen wird und als „Stellwerk“ für den Internet-Traffic dient, Facebook. Bei den professionellen Kontakten dominiert Xing, beliebteste Videoplattform ist Youtube.

Für jeden Dritten (35 Prozent) dienen Soziale Netzwerke inzwischen als Ausgangspunkt für die Navigation durchs Web, 15 Prozent des Traffics von Zeitungswebseiten stammen direkt oder indirekt von Facebook. Und Soziale Netzwerke fordern auch andere Kommunikationskanäle heraus: Jeder zweite Social-Media-Nutzer gibt an, seltener Sms zu versenden, auf Instant Messenger wie ICQ greifen 44 Prozent der Befragten seltener zurück. Selbst E-Mail und Telefon werden von 41 beziehungsweise 39 Prozent durch ein Soziales Netzwerk ersetzt. Eine entscheidende Rolle spielt dabei die rasante Verbreitung von Smartphones, auf denen Apps zur Nutzung Sozialer Medien installiert werden können. Von den 16- bis 24-Jährigen nutzt inzwischen jeder Zweite (55 Prozent) seine Lieblingsplattform mobil, ein Viertel dieser Gruppe greift sogar häufiger von unterwegs auf Netzwerke zu als vom heimischen Computer. Arno Wilfert, Telekommunikationsexperte und Partner bei Pwc ist sich sicher, dass sich durch diese Veränderungen im Kommunikationsverhalten die Geschäftsmodelle der klassischen Telekommunikationsanbieter kannibalisieren werden.

Bleibt der Zugang zu Sozialen Netzwerken auch weiterhin kostenfrei, nimmt die große Mehrheit Werbung gerne hin. Wesentlich wichtiger sind den Nutzern jedoch Empfehlungen. Zwar informieren sich erst knapp 16 Prozent der Befragten gezielt in Sozialen Netzwerken nach Infos über Produkte und Dienstleistungen, beinahe 80 Prozent geben jedoch an, Aussagen von Freunden oder Bekannten eher zu vertrauen als Werbeversprechen. (sas)

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