Sehr viel Zeit bleibt zur Umsetzung der neuen Regelungen in Sachen Datenschutz nicht mehr. Bild: MEV-Verlag, Germany

Der Countdown läuft: Am 25. Mai 2018 tritt die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) in Kraft. Eine Studie von Hubspot offenbart Lücken sowie Planlosigkeit hinsichtlich dessen, was bis dahin im Marketing noch getan werden muss.

Während die EU-DSGVO wie ein Damoklesschwert über dem Marketing schwebt, scheinen erstaunlich viele Marketer den Ernst der Lage noch nicht erkannt zu haben. Zwölf Prozent der befragten Führungskräfte und Marketer gaben sogar an, erst durch die Hubspot-Studie von der neuen Verordnung gehört zu haben. Fast ein Viertel hat noch keinerlei Maßnahmen ergriffen und weniger als die Hälfte ist nach eigenen Angaben "mehr oder weniger“ vorbereitet.

Gefragt, was sich durch die Einführung der EU-Datenschutz-Grundverordnung am meisten ändern werde, nannten 60 Prozent die Art und Weise wie Kundendaten in Zukunft gesammelt werden. 56 Prozent denken an Sicherheits- und Datenschutzprotokolle ebenso viele (55 Prozent) an E-Mail-Opt-ins. Die Hälfte geht schließlich davon aus, dass sich die Speicherdauer personenbezogener Daten im eigenen System ändern wird. 33 Prozent rechnen damit, dass der Vertrieb bei der Kaltakquise umdenken muss, 27 Prozent nennen die Anreicherung von Daten zu Leads.

Die Auswirkungen der DSGVO auf E-Mail-Datenschutz und Lead Management

EU-DSGVO: Marketer rechnen mit sinkenden Konversionsraten

Während einige Unternehmen zunächst daran arbeiten, die neuen Regularien bis zum Stichtag umzusetzen, denken andere immerhin schon weiter. Unter den Führungskräften und Marketern, die mit den Änderungen vertraut sind, erwartet jeder Dritte (33 Prozent), dass die Konversionsraten sinken werden, 37 Prozent glauben, dass sich die EU-DSGVO auf die Marketing-Routinen auswirken wird und die Hälfte befürchtet eine schrumpfende Kontaktdatenbank.

In der Konsequenz schätzen 41 Prozent der Befragten, dass sie personenbezogene Daten in Zukunft häufiger über externe Plattformen wie Facebook oder Google verarbeiten werden. Da scheint es fast logisch, dass 44 Prozent der Befragten in den nächsten Jahren mehr in Social-Media-Marketing investieren wollen, 41 Prozent vermehrt auf Content Marketing setzen und sich 37 Prozent mehr um Suchmaschinenmarketing kümmern wollen. Ein Viertel geht auf Nummer sicher und will sich bei der Ansprache auf eingeloggte Nutzer beschränken, neun Prozent jedoch planen, wie bisher weiterzumachen.

Der Dreiklang aus Content, SEO und Social Media sei die Grundlage eines effektiven und erfolgversprechenden Inbound-Marketing-Ansatzes, erklärt Inken Kuhlmann, Senior Manager Growing Markets bei Hubspot. Statt potenzielle Kunden mit Massenbotschaften zu bombardieren und sie auf Schritt und Tritt mit Anzeigen zu verfolgen, würden sie quasi von selbst auf Unternehmen, Produkte und Dienstleistungen aufmerksam. Das sei Marketing mit Magnetwirkung statt Megafon.

Für die Studie wurden 363 C-Level-Führungskräfte und Marketer in Deutschland, Österreich, der Schweiz, sowie dem Vereinigten Königreich und Irland von Hubspot, einer Plattform für Inbound Marketing, Sales, CRM und Kundenservice, befragt.

Die Datenschutz-Grundverordnung verständlich erklärt

Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Datenschutz, Unternehmen, Marketing, Recht

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