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Social Collaboration steht erst am Anfang

Deutsche Unternehmen haben es nicht besonders eilig, social zu werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Europäische Unternehmen setzen auf Social Collaboration. Bei der Umsetzung hinkt Deutschland im Vergleich zu Frankreich und Großbritannien allerdings noch weit hinterher. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Analyse- und Beratungsunternehmens Pierre Audoin Consultants (Pac).

Das Interesse an Social Collaboration ist europaweit groß. In 60 Prozent der befragten Unternehmen wurden bereits erste Initiativen gestartet. Mit nur etwa elf Prozent abgeschlossenen Projekten steckt Social Collaboration insgesamt jedoch noch in den Kinderschuhen. In jedem dritten Unternehmen befinden sich die Initiativen noch in der Test- und Planungsphase.

Öffentliche Social Networking-Dienste haben sich im Geschäftsalltag zwar etabliert, werden bislang aber mehr geduldet als gefördert. In vielen Firmen sind Verbote noch an der Tagesordnung: So ist beispielsweise in 31 Prozent die Nutzung von Microblogging-Diensten wie Twitter generell nicht erlaubt. Als größte Barriere bei der Realisierung nennen die Befragten Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit sowie die Angst vor der Verbreitung von Unternehmensinterna.

Social-Collaboration-Initiativen sind komplex, weshalb der Bedarf an externen Dienstleistern steigt. Dies gilt sowohl für die technische Planung und Integration, als auch für die einzelnen Projektphasen. Jedes fünfte Unternehmen setzt bei der Definition einer Social-Collaboration-Strategie auf externe Unterstützung.

Als ein absolutes Must-have werten 80 Prozent der Befragten ein dezidiertes Sicherheitskonzept, mehr als 60 Prozent bestehen außerdem auf Möglichkeiten zur Datenanalyse. Die Experten von Pac raten deshalb zu einem intensiven Zusammenspiel zwischen Fachbereichen und IT.

Deutsche Unternehmen tun sich schwer

Deutschen Unternehmen geht es bei Social Collaboration vor allem um die "Identifikation von Experten und Wissen" (66 Prozent), die "gemeinsame Dokumentenbearbeitung" (61 Prozent) und die "Förderung der interdisziplinären Vernetzung" (57 Prozent). Doch im Vergleich hinken die Deutschen Firmen hinterher. Nur 21 Prozent der Fachbereiche haben  entsprechende Projekte zumindest teilweise umgesetzt. Zum Vergleich: In Großbritannien sind es 38, in Frankreich 27 Prozent. Größte Bremse hierzulande sind wie so oft Sicherheitsbedenken. Viele Unternehmen offenbaren darüber hinaus einen Hang zur Perfektion. Nicole Dufft, Vice President bei Pac sieht diese Einstellung kritisch. Wer zunächst abwarte und auf Verbote setze bis das Umfeld perfekt ist, der riskiere im Wettbewerb zurückzufallen. Nachzügler sind deutsche Unternehmen auch in Umsetzungsfragen. In knapp 90 Prozent der Unternehmen fehlt demnach die Mitwirkung des Managements. Jedes zweite Social-Collabrotation-Projekt wird ad hoc umgesetzt, eine langfristige strategische Planung gibt es nicht.

Für die Studie wurden mehr als 250 Fachbereichsverantwortliche aus Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern in Deutschland, Frankreich und Großbritannien befragt. Unterstützt wurde sie von Atos, Beck et al. Services, T-Systems International und der Sqli Group.

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Database

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