29.11.2016 | Digitalisierung

Führungsstil: Diese Faktoren entscheiden über den Erfolg im digitalen Wandel

Millenials sind in den Führungseben europäischer Unternehmen zu selten zu finden.
Bild: Veer Inc.

Der digitale Wandel wirkt sich auch auf den Führungsstil aus. Die Studie "Leaders 2020“ von SAP und Oxford Economics hat die Erfolgsfaktoren umsatzstarker Unternehmen ermittelt.

16 Prozent der befragten Unternehmen profitieren besonders von der digitalen Wirtschaft, sie gehören zu den sogenannten Digital Winners. In diesen Unternehmen hat sich die Führungskultur den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Manager müssten sich beispielsweise mehr auf ihre Mitarbeiter einstellen, erklärt Mike Ettling, President von SAP Success Factors. Viele Führungskräfte seien darauf jedoch noch nicht vorbereitet.

Folgende Praktiken haben die Studienautoren als charakteristisch für die Digital Winners ausgemacht – mit großen Unterschieden in den verschiedenen europäischen Ländern:

Vielfalt und Inklusion leben. Weltweit zeichnet digitale Vorreiter eine größere Vielfalt im mittleren Management und ein höherer Frauenanteil in der Belegschaft aus. Viele europäische Unternehmen haben in Sachen Diversity allerdings noch Nachholbedarf. Bei wirtschaftlich erfolgreichen Unternehmen mit höherem Management sieht es besser aus. Im Durchschnitt berichten 39 Prozent der internationalen Unternehmen von wirkungsvollen Programmen zur Förderung von Vielfalt. In Großbritannien sind es 38 Prozent, in Deutschland 36, in Frankreich 34 und in Spanien und Russland jeweils 32 Prozent.

Millenials sehen digitale Reife der Unternehmen eher pessimistisch

Führungskräfte der Generation Y aufbauen. In nahezu allen europäischen Unternehmen ist der Anteil der Millenials in Führungspositionen im Vergleich zum globalen Durchschnitt geringer. Lediglich Russland liegt mit 31 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt von 17 Prozent. Unternehmen in Deutschland (16 Prozent), Spanien (sechs Prozent), Großbritannien (fünf Prozent) und Frankreich (ein Prozent) müssen hingegen zum Teil erheblich aufholen.

Weltweit sehen Millenials in Führungspositionen die digitale Reife ihres Unternehmens eher pessimistisch. Sie bewerten die in ihrem Unternehmen vorhandenen Führungskompetenzen um 15 bis 23 Prozentpunkte schlechter als Nicht-Millenials. Dies gilt für Faktoren wie das Erleichtern der Zusammenarbeit, der Umgang mit Vielfalt, das Geben von Feedback und das Vermeiden von Bürokratie.

Mitarbeiter einbinden und fördern. Laut Studie sind Mitarbeiter in Unternehmen mit fortschrittlichem Führungsstil zufriedener und zeigen größeres Engagement, dementsprechend suchen sie mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit nach einer neuen Arbeitsstelle. Die zufriedensten Mitarbeiter kommen aus Großbritannien (91 Prozent) und Deutschland (87 Prozent). Damit schneiden die beiden Länder im weltweiten Vergleich besonders gut ab. Abgeschlagen sind mit 76 und 64 Prozent Frankreich und Spanien, in Russland sind gerade einmal 32 Prozent der Mitarbeiter mit der digitalen Führungskultur zufrieden.

Digitale Technologien für bessere Entscheidungen nutzen. Weltweit treffen digitale Vorreiterunternehmen 80 Prozent ihrer Entscheidungen auf der Grundlage von Daten. Bei allen Führungskräften sind dies nur 62 Prozent. Während sich in Europa Großbritannien (81 Prozent) und Spanien (65 Prozent) positiv abheben, gibt die Mehrheit zu, zentrale digitale Kompetenzen noch entwickeln zu müssen.

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Big Data, Digital Leadership

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