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Zalando macht Gewinn – und will persönlich werden

Zalando will mit besserer Personalisierung auch die Retouren senken.
Bild: Zalando

Zalando hat in Berlin nicht nur positive Zahlen bekannt gegeben, sondern auch einen Blick in die Zukunft gewährt. Ein verstärktes Engagement in Sachen Mobile und Personalisierung soll das Unternehmen zur "besten Online-Fashion-Marke der Welt" machen.

Zalando hat im ersten Halbjahr 2014 seinen Umsatz konzernweit um 29,5 Prozent gesteigert, von 809 Millionen auf jetzt 1,047 Milliarden Euro. Laut Unternehmensangaben ist Zalando auch beim Ebit gewachsen, konzernweit wurden 1,2 Prozent erreicht. Im Kernmarkt DACH lag die Ebit-Marge demnach bei 4,6 Prozent.  Grund für die positive Ebit-Marge sei, dass die automatisierten Prozesse in der Logistik langsam greifen würden. Außerdem komme das meiste Wachstum aus den rund 13,4 Millionen aktiven Stammkunden, weshalb die Marketingkosten gesenkt werden konnten, so Rubin Ritter, Mitglied des Zalando-Vorstands auf einer Pressekonferenz.

In Berlin präsentierte das Management Board von Zalando heute diese Zahlen und zeigte einige der Pläne und Maßnahmen für die kommenden Monate. Zalando hat sich zum Ziel gesetzt "die beste Online-Fashion-Marke der Welt zu werden", wie Vorstandsmitglied Robert Gentz es formulierte. Dafür habe man in die Customer Experience investiert. Und das vor allem im Mobile-Bereich, denn 40 Prozent des Traffic über alle 15 Märkte, auf denen Zalando aktiv sei, komme bereits über Mobile Devices. Wichtigste Neuerung: Die sogenannte Image Recognition. Mit ihr können Nutzer Kleidung, die ihnen gefällt, irgendwo fotografieren und die Zalando-App schlägt ihnen dann genau dieses Stück oder ein vergleichbares vor. "Wir sind vor allem anderen eine Mobile Company", erklärte Gentz.

Insgesamt gehe es darum, Zalando noch mehr zu personalisieren, um jedem Kunden sein ganz persönliches Einkaufserlebnis zu bieten. Dafür werde die Website ab September im neuen Design erscheinen, mit individuellen Modevorschlägen für jeden Kunden, basierend auf der jeweiligen Such- und Kaufhistorie.

Ritter äußerte sich auch zum Thema Retouren. Man habe mit einer Gruppe von Kunden ein neues, weniger bequemes Retouren-Verfahren getestet. Diese habe sich den Retourenschein selber ausdrucken müssen. Ergebnis: "Die Retouren gingen sofort zurück. Die Käufe und damit die Umsätze aber auch." Für Zalando laute die Erkenntnis: "Wer online Mode verkaufen möchte, muss mit Retouren leben." Die Personalisierung der Website und der Angebote soll aber sicher auch dabei helfen, Retouren weiter zurück zu fahren.

Mitteleuropa bleibe der wichtigste Markt für Zalando, an eine Expansion in die USA oder nach Russland denke man vorerst nicht. Der europäische Modemarkt habe ein Volumen von 420 Milliarden Euro jährlich, Zalando habe einen Marktanteil von 0,5 Prozent: "Da haben wir noch genug Luft", so Rubin Ritter.

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Versandhandel, Online-Marketing, Kundenbindung, Mobile Marketing, Mobile Commerce

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