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Online-Händler vernachlässigen Shop-Technik

Glückliche Kunden, glückliche Händler: Damit das so bleibt, müssen Online-Händler ihre Hausaufgaben machen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Wachstumszahlen im E-Commerce sind ungebrochen. Viele Händler vernachlässigen dabei jedoch, die technische Anpassung ihrer Shops an die steigenden Besucher- und Verkaufszahlen. Aber Folgen wie ein langsamer Seitenaufbau verprellen die Kunden, sagen die Experten von Steria Mummert Consulting.

Bis 2015 wird laut Prognosen des Ehi Retail Institute etwa ein Viertel des Umsatzes im deutschen Einzelhandel im Internet erwirtschaftet werden. Bislang nutzt jedoch nur ein Fünftel der Händler professionelle Methoden, um die Leistungsfähigkeit ihrer Verkaufsportale laufend zu prüfen und bei Auftragsspitzen sofort reagieren zu können. Folgen, wie ein langer Seitenaufbau, schlechte Abstimmung einzelner Browser und fehlende Maßnahmen gegen Datenklau quittieren unzufriedene Kunden sofort – und brechen ihren Kauf ab. So lautet das Ergebnis einer Markteinschätzung von Steria Mummert Consulting.

Bereits 2012 wurden bereits 27,5 Milliarden Euro im E-Commerce erwirtschaftet, ein sattes Plus von 26,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dieser rasante Anstieg scheint so manch einem Händler inzwischen über den Kopf zu steigen. Die Shopsysteme stoßen bei vielen an ihre Leistungsgrenze. Dabei ist bekannt, dass Online-Käufer ungeduldig sind, sie warten in der Regel maximal drei Sekunden auf den Aufbau einer Website. Die meisten Shops sind jedoch deutlich langsamer. So brauchen einer Studie des Web-Spezialisten Radware zufolge selbst die Top-400-Onlinehändler im Durchschnitt sieben Sekunden für den Aufbau einer Seite. Die Ladezeiten sind deutlich zu hoch, sagt Lars Hinrichsen, Experte für Testmanagement bei Steria Mummert. Viele Kunden würden diese Internetshops in Kürze erst gar nicht mehr aufsuchen.

Händler sind für Geräte- und Browservielfalt schlecht gerüstet

Ebenso schlecht gerüstet sind die Händler demnach für die Browservielfalt. Sie prüfen Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit meist manuell und reagieren deshalb zu spät auf Updates. Doch das Testen und Optimieren von Websites und Apps für einzelne Browser und deren Versionen wird zunehmend komplexer. Fast jeder zweite Nutzer surft hierzulande mit Mozilla Firefox, 40 Prozent mit dem Internet Explorer von Microsoft und rund elf Prozent mit Google Chrome. Wo früher zwei Versionen auf dem Markt waren, sind es heute fünf, hinzu kommt die wachsende Nutzung mobiler Geräte, erklärt Hinrichsen. Diese Geräte würden von Apples Betriebssystem I-OS und Googles Android und damit von speziellen Browsern dominiert, was noch mehr Prüfaufwand bedeute.

Damit Vertrieb, Marketing und IT Hand in Hand wachsen können, sind regelmäßige Überprüfungen der IT heutzutage Pflicht. Diese werden bislang nur von großen Internetmarktplätzen durchgeführt. Zur Absicherung raten die Experten von Steria Mummert jedoch zu automatischen Tests der geschäftskritischen Grundfunktionen wie Anmeldevorgang, Bestellvorgang, Kompatibilitätstests mit verschiedenen Browsern und Endgeräten, Überprüfung der Nutzerfreundlichkeit, Check der Systembelastungsgrenzen sowie ein Test auf externe Sicherheitslücken.

Schlagworte zum Thema:  CRM, Versandhandel, Kundenbindung, E-Commerce

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