12.11.2013 | E-Commerce

Fünf Tipps für einen erfolgreichen Webshop-Relaunch

Ein Relaunch ist ein komplexes Unterfangen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Worauf Webshop-Betreiber bei einem Relaunch ihres Angebots besonders achten sollten, erklärt Florian Müller, SEO-Experte und Geschäftsführer der Online Solutions Group. Hier seine Tipps für einen erfolgreichen Neustart.

Ein Onlineshop braucht regelmäßige Pflege und von Zeit zu Zeit auch einen Relaunch. Sei es, um den digitalen Laden in Sachen SEO und Technik auf den neuesten Stand zu bringen, oder um Usability und Design zu optimieren. Gründliche Vorbereitung, ein klares Konzept und zumindest der Rat erfahrener Fachleute sind Pflicht, wenn dabei nichts schief gehen soll. Handwerkliche Fehler bei der Überarbeitung eines Shops können schwerwiegende Auswirkungen auf das Ranking in den gängigen Suchmaschinen haben. Das kann den nachhaltigen Verlust von Besuchern und damit unter Umständen auch an Umsatz bedeuten. Wenn die Seite also nicht nur optisch verändert wird, sondern auch technisch und strukturell, gibt es einiges zu beachten:

Ein komplettes Backup erstellen

Auch wenn die Entwicklung natürlich nicht auf der Live-Site stattfindet, sondern auf einer eigens dafür eingerichteten Testumgebung: Wo gearbeitet wird, passieren Fehler. Sollte beim Relaunch etwas schief gehen, kann die alte Seite sofort wieder eingespielt werden. Außerdem gilt: Unterliegen die Zugriffszahlen auf Ihrer Webseite deutlichen saisonalen Schwankungen, sollte der Relaunch am besten für einen schwächeren Monat eingeplant werden.

Testumgebung vor Zugriffen von außen schützen

Gelangen unfertige Seiten zum Beispiel in den Google-Index, können sie von aller Welt gefunden werden. Selbst, wenn darin keine Fehler mehr enthalten sind, kann sich dies später negativ auf das Ranking der fertigen Seite auswirken. Da sie meist den gleichen Inhalt wie die bereits erfassten, unfertigen Seiten hat, bewertet Google die fertige Seite dann als Duplicate Content. Testsysteme sollten deshalb über einen HTTP-Login oder über das Robots-Meta-Tag "noindex, nofollow" vor dem Google-Zugriff abgeschottet werden. Wichtig dabei: Alle Website-Sperren müssen gleich nach der Live-Schaltung wieder entfernt werden. Ansonsten gehen ebenfalls Rankings verloren und der Traffic über die Suchmaschine sinkt gegen Null. Die Indexierung lässt sich durch entsprechende Maßnahmen zudem positiv beeinflussen: „Dazu sollte der Webmaster nach dem Relaunch eine aktuelle XML-Sitemap in den Google Webmaster Tools hinterlegen.

Navigationsstruktur überdenken

Bei einem Relaunch sollte immer auch die Navigationsstruktur auf den Prüfstand kommen. Sie ist auf Basis der angefertigten Keyword-Strategie zu optimieren. Idealerweise werden bei der Benennung der Navigationspunkte Stichworte mit hohem Suchvolumen eingesetzt. Auch ist darauf zu achten, Seiten nicht zu tief in der Verzeichnisstruktur zu "verstecken" und Internetadressen nicht übermäßig lang werden zu lassen. Bei einer Design-Änderung hat eine für Mobilgeräte geeignete Umsetzung sowie eine Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit und der Ladezeiten oberste Priorität. Zudem sollten im neuen Design Überschriften und genügend Platz für SEO-Content vorgesehen werden.

Alte Webadressen umleiten

Besucher, die noch auf die alte Adresse zugreifen möchten, müssen mitgenommen werden. Dazu werden die alten Webadressen (URLs) mit einer sogenannten 301-Weiterleitung permanent auf die neuen URLs weitergeleitet. Diese Weiterleitung muss direkt vom Server aus erfolgen, auf dem die Website gehostet wurde. Häufig wird die Weiterleitung nur über einen sogenannten 302-Redirect (temporarily moved) vorgenommen. Dieser ist aber nicht empfehlenswert, da er den Suchmaschinen lediglich eine vorübergehende Weiterleitung signalisiert. Fallen Seiten durch den Relaunch weg, weil diese in der neuen Site-Struktur nicht mehr vorhanden sind, sollten diese auf die passendste neue Seite gelenkt werden. Am besten erstellt sich das Unternehmen hierzu einen Weiterleitungsplan. Was dabei gerne vergessen wird: Auch Bilderrankings locken über die Bilder-Suche bei Google mitunter einiges an Besuchern auf die eigenen Seiten. Außerdem müssen durch die Änderung der URL-Struktur einer Website auch die internen Links manuell angepasst werden.

Gründliches Testing

Abschließend sollte die neue Website gründlich getestet werden, bevor sie "live" geht. Wie sind die Ladezeiten? Leiten alle Links auf die richtigen Seiten weiter? Hier lohnt es sich, genau zu prüfen, welche Seiten nicht mehr existent sind und einen 404-Fehlercode ausgeben. Was ebenfalls bei einem Relaunch in der Testphase nicht vergessen werden darf, ist, den Tracking-Code der Webanalyse-Software auf den neuen Seiten zu überprüfen. Ist dieser nicht oder fehlerhaft eingebaut, kann der Inhaber der Website nicht überprüfen, wie sich die Besucherzahlen nach dem Neustart entwickeln.

Schlagworte zum Thema:  Versandhandel, E-Commerce, Online-Marketing

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