30.09.2014 | Top-Thema Content – Die internationale Lieferkette

Content: Qualität und Effizienz zählen

Kapitel
Guter Content muss die Bedürfnisse der Online-Shop-Kunden treffen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Nach der Rohdatenbereitstellung beginnt die eigentliche Content-Erstellung. Ähnlich der Lieferkette eines Autobauers, der auf Zulieferer für Spezialteile wie Reifen oder Bordcomputer angewiesen ist, besteht analog die Zulieferfunktion in der Content-Logistik-Lieferkette.

Glossare, Rubrikentexte, Blogs, Specials, E-Books oder Online-Kundenmagazine leben von der Qualität des Textes, der Effizienz ihrer Bearbeitung und ihrer Passgenauigkeit in einem größeren Zusammenhang. Einen Text einfach zu übersetzen, reicht nicht aus, um im internationalen E-Commerce gerüstet zu sein.

Schritt 2: Die Zulieferer – Qualität und Effizienz zählen

Die Hauptprobleme für die Content-Erstellung ergeben sich durch nationale und kulturelle Besonderheiten. Um Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede einzubeziehen und zu überwinden, ist das Ziellandprinzip unersetzbar. Der Rückgriff auf Muttersprachler als Autoren und Übersetzer ist Pflicht: Sprachgefühl und Sprachstil, Redewendungen oder gar regionale Spezifika erschließen sich nur ihnen. Content-Experten übernehmen eine zentrale Managementfunktion, denn sie koordinieren die Redaktionsplanung, organisieren die Produktion: Textmenge, Zeitplan, Passgenauigkeit der Teiltexte. Nicht zuletzt obliegt ihnen auch die Qualitätssicherung. Viele Kunden bestehen zu Recht darauf, nur muttersprachliche Autoren, Lektoren und Projektmanager zu engagieren. Zulieferer agieren dabei als deutsche Schnittstelle – der eigentliche Prozess verläuft in der Landessprache des Ziellandes.

Der Mehrwert einer guten Content-Logistik ergibt sich aus der durchgängig hohen Qualität – auch bei großen Textmengen. Das Zusammenspiel von Qualität und Effizienz im ersten Schritt der Content-Erstellung verringert den Arbeitsaufwand der nächsten Schritte der Logistiklieferkette und sichert eine hohe Konversionsquote, minimiert kognitive Dissonanz im Nach-Kauf-Verhalten. Einzigartiger Content schafft Kunden – durch Traffic, Konversion und Markenwert.

Der Hersteller: Content aggregieren und kuratieren

Der Herstellerbereich der Content-Logistiklieferkette bezieht sich auf die Zusammenführung der einzelnen Textabschnitte zu einzigartigem Content. Zu vergleichen mit der Endmontage fertiggestellter Bauteile eines Autobauers hat der Hersteller die Aufgabe, die Content-Module zum Gesamtwerk zu verbinden.

In diesem Prozessabschnitt entstehen leicht Fehler bei der thematischen Schwerpunktsetzung. Denn nicht jedes Auto verkauft sich in jedem Land gleich gut. Aktuelle Themen und Schwerpunkte variieren länderspezifisch und bieten lokale Anknüpfungspunkte, die es auf dem jeweiligen Shop-Outlet im Netz aufzugreifen gilt. Es bedarf einer klaren Content-Strategie, die nur mit zuverlässigen Partnern in der Lieferkette umgesetzt werden kann und mit dem Marketing eng verzahnt sein muss.

Die Händler: Personalisierung und Showroom

Im letzten Prozessschritt der Content-Logistik wird der Showroom mit Content ausgestattet. E-Commerce-Content muss die Parameter Ort, Zeit und Story im internationalen Umfeld erfüllen. Aufgrund der kulturellen Unterschiede variieren die drei Faktoren von Land zu Land. Dies erfordert ein spezielles Fingerspitzengefühl und Kenntnisse.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor, der die Konversion des Kunden erhöht: personalisierter Content. Dessen technische Umsetzung und die vielfältige Ausprägung der Kundensegmente erschweren die Realisierung im internationalen Umfeld.

Viele Händler definieren Ziele, indem sie KPI erstellen und messen. Sie führen neue Methoden ein, um Content messbar zu machen. Aber wie ist der Erfolg von Content messbar? A/B-Testing ist eine der Varianten. Content-Audits eine weitere, um die divergenten Dimensionen des Contents zu erfassen. Mit den neuen Methoden ersetzen die Händler das Bauchgefühl gegen Fakten.

Über den Kunden und dessen Verhalten, beispielsweise über die Abbruchrate des Einkaufs im Bereich Warenkorb, ist es dem Händler möglich, direktes Feedback an seine Zulieferer zu übermitteln und textuelle Anpassungen vornehmen zu lassen. Die regelmäßigen Feedbacks konstruieren eine Optimierungsschleife: Content wird immer exakter in die Content-Strategie integriert, Themenbereiche erweitert und passgenauer auf Kunden abgestimmt.

Übergreifendes Supply Chain Management für Content

Eine durchgängige, transparente Lieferkette ist die Basis einer effizienten Logistik. Das gilt auch für Content, wenn er effizient produziert und ausgeliefert werden soll und vor allem, wenn er Kunden generieren und zum Kauf aktivieren soll. Dafür braucht es im internationalen Umfeld eine klare Content-Strategie. Zudem bedarf es zuverlässiger Partner innerhalb der Content-Lieferkette, die die Strategie kennen und sie realisieren.

 

Autor:

Dr. Jens Claussen ist Geschäftsführer der Textprovider GmbH, Dienstleister in den Bereichen Content Driven Marketing und Content Driven Commerce. Ein besonderer Fokus seiner Arbeit ist die Internationalisierung der E-Commerce- und Content-Dienstleistungen von Textprovider.

Schlagworte zum Thema:  Content, Qualität, Conversion, E-Commerce, Content Marketing, Online-Shop

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