Tante Emma hat lange ausgedient. Jetzt kommt Augmented Reality. Bild: Haufe Online Redaktion

Augmented-Reality-Anwendungen (AR) halten Einzug in die Läden. Das ist das Ergebnis einer Studie von JDA und Pwc. Demnach wollen 30 Prozent der Handelsunternehmen in diesem Jahr die reale Einkaufswelt um AR-Techniken ergänzen. Welche Szenarien es dabei gibt, erklärt Kai Bösterling von Delasocial.

Augmented-Reality-Anwendungen ergänzen die stationäre Einkaufswelt um Bilder, Texte, Videos oder Grafiken, die den Kunden zusätzliche Informationen liefern. Ermöglicht wird dieses Nutzererlebnis durch AR-Apps auf dem Smartphone.

Hier drei mögliche Einsatz-Szenarien von Kai Bösterling, Deputy Managing Director bei der Online-Marketing-Agentur Delasocial:

AR wird zum Shopping-Trip-Navigator. Wer kennt nicht das unübersichtliche Regallabyrinth in Supermärkten, Kaufhäusern, Drogerieketten oder Baumärkten. AR kann hier helfen: Der Kunde wählt in der Handels-App verschiedene Touren aus – von der "Lass-dich-inspirieren-Tour" über die Top-Produkte aus einem bestimmten Segment bis hin zur Route nach Einkaufszettel. Das Smartphone zeigt den Weg durch den Laden an. Virtuelle Zweitplatzierungen und weitere Empfehlungen begleiten den Kunden auf seinem Weg zur virtuellen Kasse.

AR erweitert den Verkaufsraum. Die stationäre Verkaufsfläche wächst mittels Augmented Reality ins Unendliche. Ob Farbvarianten, verschiedene Größen oder Sonderausführungen – der Kunde kann sein Wunschobjekt mit der passenden AR-Anwendung im Laden konfigurieren, live erleben, es sich auf den Merkzettel setzen oder gleich bestellen. Entweder direkt vor Ort oder zu Hause. Retailer, die besonders große Güter mit langer Lieferzeit anbieten - beispielsweise Möbelhäuser - profitieren überproportional von der virtuellen Erweiterung.

AR lässt Grenzen zwischen Online und Offline komplett verschwinden

AR lässt stationäre und digitale Einkaufswelten verschmelzen. Mit den virtuellen Erweiterungen entwickelt sich der stationäre Handel zum Showroom, der den Onlinehandel vorantreibt. Wenn das per AR umgefärbte Sofa im Laden gefällt, wird es gleich mobil bestellt. Darüber hinaus wird die Customer-Journey, die der Kunde im Geschäft zurücklegt, sofort digitalisiert. Mechanismen, die einst dem E-Commerce vorbehalten waren, wie Verhaltenstracking, Kundenprofile, individuelle Empfehlungen und personalisierte Produkte, können nun auch In-Store angewendet werden. Augmented Reality hebt damit die Grenzen zwischen offline und online auf und macht einen Omnichannel-Handel möglich.

Verschiedene Studien aus den USA belegen die einschneidenden Veränderungen, die Augmented Reality auf die Customer Experience hat. So gaben beispielsweise 71 Prozent der Befragten einer Studie von Interactions Consumer Experience Marketing an, dass sie häufiger zu einem Einzelhändler gehen würden, der AR anbietet.

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Schlagworte zum Thema:  Handel, Augmented Reality, Online-Marketing, Customer Experience, Mobile Marketing, Digitalisierung

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