22.02.2013 | Digitale Wirtschaft

Unternehmen sind begehrte Arbeitgeber

Was mit digitaler Technik: Unternehmen der Digitalwirtschaft stehen bei Studenten hoch im Kurs als Arbeitgeber.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Viele Hochschulabsolventen wollen in der digitalen Wirtschaft arbeiten. Allerdings bringen sie nicht immer die Kenntnisse und Fähigkeiten mit, die Unternehmen suchen. Das zeigt eine Untersuchung des BVDW.

Eine Sorge müssen sich Unternehmen der digitalen Wirtschaft nicht machen: Dass sie für Hochschulabsolventen unattraktiv sein könnten. Im Gegenteil. Das zeigt eine Untersuchung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) in Kooperation mit sechs Hochschulen. Demnach können sich mehr als drei Viertel der befragten Studenten vorstellen, in der Digitalbranche zu arbeiten. Und fast 63 Prozent zieht es in die Medienbranche. Weit abgeschlagen folgen Branchen wie Beratung (rund ein Viertel), Handel und Versandhandel (ebenfalls ein Viertel) und der Kultursektor (etwas über 20 Prozent). Erstaunlicherweise landen Automotive und Telekommunikation mit 19 respektive 17,5 Prozent noch dahinter.

Festanstellung ist das Ziel

Jeder vierte Student möchte nach dem Studienabschluss in eine Festanstellung wechseln, Trainee ist für 35 Prozent der Befragten noch eine akzeptable Alternative. Selbständigkeit können sich nur zehn Prozent vorstellen. Innerhalb der Unternehmen, die sie fest anstellen sollen, sind Marketing und Vertrieb (56 Prozent), Projektmanagement (53 Prozent) sowie PR und Kommunikation (40 Prozent) die begehrtesten Abteilungen bei den Studenten. Produktmanagement, Strategie/Business Development und CRM sind mit jeweils knapp über oder unter 30 Prozent auch noch einigermaßen interessant. Kreation ist nur für 18 Prozent attraktiv, ebenso wie Controlling. Völlig abgeschlagen sind die Bereiche IT/EDV und Technik mit gerade einmal neun Prozent.

Das Problem dabei: Gerade für die weniger begehrten Bereiche wie IT/EDV und CRM werden von Unternehmen Mitarbeiter gesucht. Auch wenn Firmen vor allem in Marketing und Vertrieb, Projektmanagement und PR Mitarbeiter einstellen wollen: Es besteht ein Gap zwischen den Zielen der Studenten und den Bedürfnissen der Unternehmen.

Gesuchte Qualifikationen fehlen

Das gilt auch für die geforderten Qualifikationen: 60 Prozent der Studenten meinen, durch das Studium ausreichend qualifiziert zu sein für den Jobeinstieg. Die Unternehmen wiederum suchen vor allem Menschen mit Expertise in Mobile Marketing (rund 61 Prozent), Social Media (60 Prozent), E-Commerce (60 Prozent), Online-Vermarktung (53 Prozent), Mediaplanung (rund 52 Prozent), Bewegtbild (43 Prozent) und E-Mail-Marketing (33 Prozent). Hier fehlt es den Studenten laut Studie allerdings in der Regel an Kenntnissen, nur jeder Zehnte konnte demnach im Studium in allen diesen Bereichen Qualifikationen erwerben.

Harald R. Fortmann, Vize des BVDW, kommentiert die Ergebnisse so: "Die Arbeitgeber der digitalen Wirtschaft zählen bei den Studenten aktuell zu den attraktivsten Branchen. Damit diese Entwicklung weiterhin Bestand hat, müssen wir gemeinsam mit Hochschulen und Weiterbildungsträgern die zukünftigen Nachwuchskräfte auf ihren Berufseinstieg intensiver vorbereiten. Demnach muss die Branche die Institute bei der Aktualisierung Ihrer Lehrpläne stärker unterstützen. Generell muss das Interesse für bestimmte Unternehmensbereiche geweckt werden, die nicht ausschließlich aktuellen Trends unterliegen."

 

Für die Untersuchung wurden 355 Studenten aus medien- und wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen befragt sowie 240 Unternehmen aus der digitalen Wirtschaft. Beteiligte Hochschulen waren: Duale Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg, Fachhochschule Düsseldorf, Hochschule der Medien Stuttgart, Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation Hamburg und Technische Universität München.

Schlagworte zum Thema:  Digitale Wirtschaft, Recruiting, Social Media

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