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Digitale Werbewirtschaft informiert über Targeting

Die Informationskampagne gibt Onlinern Einblick in die Werbesystematik.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Der Deutsche Datenschutzrat Online-Werbung (DDOW) hat eine zweite Informationskampagne zu nutzungsbasierter Online-Werbung gestartet. Onliner erfahren, wie sie Online Behavioral Advertising (OBA) erkennen, zugrundeliegende Daten kontrollieren und gegebenenfalls deaktivieren können.

Unterstützt wird die Kampagne auch von den Unternehmen der digitalen Wirtschaft, die damit die bisherigen Aufklärungsinitiativen über OBA und das europäische Selbstregulierungsprogramm fortsetzen. Eine erste Kampagne hatte Internetnutzer bereits 2013 einen Blick hinter die Kulissen dieser Werbesystematik geboten und Tools zur Selbstregulierung vorgestellt.

Online-Werbung sei unverzichtbar, um die Vielfalt des Internet erhalten zu können, erläutert Matthias Wahl, Präsident des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) und Sprecher des DDOW. Erst Werbung ermögliche kostenfreie Inhalte und Services für Internetnutzer. Damit dies so bleibe, müsse Werbung und Marketing im Netz effektiv und effizient betrieben werden können. Der Einsatz von Daten im Rahmen von OBA sei dafür ein wichtiger Baustein.

Mit der Kampagne soll Online-Werbung transparenter gemacht werden, indem Internetnutzer valide Informationen über den Umgang der Werbetreibenden mit ihren Daten gegeben werden. Gleichzeitig soll die Kampagne die Nutzer auffordern, vom Selbstregulierungsprogramm des DDOW Gebrauch zu machen.

Kernelement der Selbstregulierung für OBA ist das europaweit einheitliche Piktogramm zur Kennzeichnung entsprechender Online-Anzeigen. Diese Kennzeichnung direkt an den Werbemitteln ist mittlerweile im Netz omnipräsent. In 2014 wurden europaweit 160 Milliarden Piktogramme ausgeliefert. Mit der Integration von großen Werbenetzwerken wie Google und Facebook wird die Zahl in 2015 nochmals erheblich zulegen.

Per Klick auf das jeweilige Piktogramm am Werbemittel oder auf der zentralen Webseite sehen Internetnutzer, welche Dienstleister hinter der Datenerhebung und -nutzung stehen. Zudem kann auf der anbieterübergreifenden zentralen Webseite (www.youronlinechoices.com/de/) entsprechend den individuellen Präferenzen der Nutzer der Einsatz von OBA unkompliziert gesteuert werden. Im vergangenen Jahr haben 20,5 Millionen Internetnutzer diese Möglichkeit genutzt.

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Schlagworte zum Thema:  Online-Marketing, Mobile Marketing, Datenschutz

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