08.09.2016 | Digitalisierung

Digitale Transformation: Auch FMCG unter Druck

Im FMCG-Bereich scheint alles wie immer zu sein. Aber der Eindruck täuscht.
Bild: Rewe Group

Fast Moving Consumer Goods fallen einem beim Thema Digitalisierung nicht unbedingt als erstes ein. Dennoch herrscht in der Branche offenbar ein recht hoher Digitalisierungsdruck, gerade in den Marketingabteilungen.

Progress hat die Ergebnisse seiner Studie über die digitale Transformation im Bereich Fast Moving Consumer Goods (FMCG) präsentiert.

60 Prozent der Befragten räumten demnach ein, dass es ihrem Unternehmen nach wie vor an der nötigen Entschlossenheit mangelt, die Digitalisierung anzugehen. Mehr als 90 Prozent glauben, dass sie in weniger als zwei Jahren in Sachen digitale Transformation deutliche Fortschritte machen müssen, um finanzielle Nachteile oder Einbußen bei der Wettbewerbsfähigkeit zu vermeiden. Mehr als die Hälfte äußerten sogar die Befürchtung, dass es für ihr Unternehmen bereits zu spät sein könnte.

Dennoch hat immer noch ein Drittel der Unternehmen keine klar definierte digitale Strategie, und über die Hälfte dieser Gruppe hat noch gar keine Schritte in die Wege geleitet, obwohl ihnen die Bedeutung der digitalen Transformation bewusst ist.

Daneben identifizierte die Umfrage auch die größten Herausforderungen der FMCG-Unternehmen im Kontext der Digitalisierung. 52 Prozent sehen die digitale Transformation als eine Aufgabe an, die eine lange Zeit in Anspruch nehmen wird. Zwei Drittel haben den Eindruck, dass IT und Marketing bei der Entwicklung einer Strategie nicht an einem Strang ziehen. Und 64 Prozent finden es schwierig, mit der sich ständig ändernden digitalen Landschaft Schritt zu halten.

Auf die Frage nach der Verantwortlichkeit ergibt sich ein sehr verteiltes Bild: Ein gutes Viertel der Befragten gaben an, dass digitale Initiativen vom Marketing ausgehen und von der IT lediglich unterstützt werden sollten. 38 Prozent sehen allein die IT in der Verantwortung. Weitere 32 Prozent finden, dass digitale Initiativen maßgeblich von der IT angestoßen werden und vom Marketing unterstützt werden sollten.

Digitale Transformation im FMCG: Customer Experience vorrangig

Einig sind sich alle Befragen darin, dass die Verbesserung und Optimierung der Customer Experience vorrangige Bedeutung haben sollte. Die Pläne der Unternehmen fokussieren vor allem auf Geschwindigkeit und Responsivität der digitalen Inhalte (56 Prozent), ihre Sicherheit (51 Prozent) und ihre Konsistenz über verschiedene Kanäle hinweg (ebenfalls 51 Prozent).

Als die drei größten Hindernisse sehen die Studienteilnehmer die große Abhängigkeit einer Digitalisierungsstrategie von IT-Teams (69 Prozent), fehlende Leadership bei der Definition einer solchen Strategie (67 Prozent) und mangelnde Skills für ihre Umsetzung (64 Prozent).

Als Fürsprecher der digitalen Transformation sehen die Befragten vor allem die CMOs und CEOs in der Pflicht (jeweils über 50 Prozent).

Für die Untersuchung befragte der Research-Spezialist Loudhouse im ersten Quartal 2016 IT- und Marketing-Verantwortliche von FMCG-Unternehmen weltweit zur Bedeutung der digitalen Transformation. Die Studienteilnehmer stammen aus einem breiten Spektrum an Unternehmen, das von KMU bis zu global tätigen Konzernen reicht.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Handel, Dmexco, Marketing, Customer Experience

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