| Studie

Wie sich die Mediennutzung zwischen den Generationen unterscheidet

Die Mediennutzung der Baby Boomer ist eher traditionell. Noch.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Ein großer Wandel ist im Gange: Millennials nutzen zwar immer noch traditionelle Medien wie TV, Radio oder Print, allerdings nicht mehr so häufig und intensiv wie andere Generationen. An deren Stelle treten die Social Media bzw. Instant Messaging. Das geht aus einer Studie von TNS Infratest hervor.

63 Prozent der Millenials nutzen soziale Medien täglich. Darüber hinaus nutzt diese Zielgruppe intensiv Onlinevideos (59 Prozent tägliche Nutzer) und hat eine höhere Affinität gegenüber neuen Bezahlmethoden wie Mobile Payment. Bereits acht Prozent der Millenials weltweit zahlen täglich mit ihrem mobilen Device, in Deutschland immerhin fünf Prozent.

Im Jahr 2014 lag weltweit die tägliche Nutzung von Instant-Messaging-Diensten bei 43 Prozent aller Millennials, heute sind es schon 69 Prozent. In Deutschland ist Instant Messaging noch nicht so verbreitet wie weltweit, doch der Anteil der täglichen Nutzer in der jungen Altersgruppe hat sich auch hierzulande fast verdoppelt (2014: 22 Prozent / 2015: 43 Prozent). Ebenso atemberaubend wächst die Relevanz von Bewegtbild. Global betrachtet verbringen die Millennials zwei Stunden täglich mit dem Anschauen von Youtube-Videos, Video-on-demand oder sonstiger TV-Nutzung via Internet (Deutschland: 1,4 Stunden).

Die Konsumenten in der Altersgruppe der 46- bis 65-jährigen Onliner, die sogenannten Baby Boomers, zeigen hingegen nach wie vor eine ausgeprägte Nutzung traditioneller Medien (TV, Radio, Print) und verbringen fast doppelt so viel Zeit mit diesen Medien wie die Millennials. Und doch werden auch für die Baby-Boomer die digitalen Kanäle und Devices immer relevanter. So verbringen sie jetzt schon weltweit im Durchschnitt 1,5 Stunden täglich mit ihren Smartphones und 24 Prozent dieser Altersgruppe nutzen mindestens täglich Facebook.

Marketing entsprechend der Mediennutzung

"Marken sollten vorsichtig mit pauschalen Annahmen zu den digitalen Gewohnheiten unterschiedlicher Altersgruppen umgehen. So sind die Millennials zwar eine wichtige demografische Zielgruppe, aber die Generation X (31-45 Jahre) und die Baby Boomers (46-65 Jahre) verfügen über ein höheres Einkommen, haben spezielle Einkaufsgewohnheiten und verbringen auch immer mehr Zeit online. Marken fokussieren sich im digitalen Marketing oft zu sehr auf die Ansprache der am stärksten digitalisierten Konsumenten. Dabei ist eine abgestufte Strategie eher angemessen, bei der die Marken berücksichtigen, wo denn die tatsächliche Kaufkraft steckt", kommentiert Joseph Webb, Global Director of Connected Life.

Die Studie "Connected Life" basiert auf Daten von über 60.000 Internetnutzern aus 50 Ländern.

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Haufe Online Redaktion

Social Media, Mediennutzung, Digitalisierung, Marktforschung