26.10.2015 | Serie Content Marketing

Die Geschichte des Content Marketing [Infografik]

Serienelemente
Wie sieht die wahre Geschichte des Content Marktings aus?
Bild: Till Steinbrenner ⁄

Die Geschichte des Content Marketing ist älter, als viele denken. Wir fassen die wichtigsten Eckpunkte der  bewegten Content-Marketing-Historie zusammen - inklusive Infografik.

Es gibt unterschiedliche Ansichten über den Anfang des Content Marketing. Manche sehen bereits Höhlenmalereien vor tausenden von Jahren als den Ursprung für Content Marketing an.

Die ersten Gehversuche im Content Marketing

Ein Punkt in jeder Liste – und für viele sogar der Startpunkt des Content Marketing – ist die Veröffentlichung von „The Furrow“ 1895. Der Landmaschinen-Hersteller John Deere brachte das Magazin heraus, um Bauern Tipps mit auf den Weg zu geben, wie sie profitabler werden können - und nebenbei die eigenen Produkte zu vermarkten. Dieser indirekte Weg, über ein Magazin mit Content zu werben, macht „The Furrow“ zu einem Paradebeispiel im Content Marketing. Das Magazin gibt es immer noch – es erreicht heute rund 1,5 Millionen Menschen in 40 Ländern.

Doch es gibt noch ein Beispiel aus Deutschland, welches ebenso gut als (früherer) Startpunkt für Content Marketing herhalten kann. Der deutsche Unternehmer August Oetker verkaufte bereits 1891 sein Backpulver Backin mit Rezepten auf der Rückseite.

Ein weiteres, höchst populäres Beispiel für Content Marketing ist der Guide Michelin. 1900 kam die Erstausgabe das erste Mal heraus, inklusive Tipps für französische Autofahrer. Ein kleiner Teil waren Reisetipps mit Hotel- und Restaurant-Kritiken. Die ersten Ausgaben waren kostenlos. Mittlerweile ist der Michelin-Guide eine anerkannte Institution und einer der bekanntesten Hotel- und Restaurantführer schlechthin.

Jell-O – mittlerweile ein Unternehmen von Mondelez – begann 1904 mit handgezeichneten Anzeigen zu werben. Diese kamen so gut an, dass die Werbeanstrenungen intensiviert wurde. Ein eigenes Rezeptbuch mit Nachspeisen wurde kreiert und umsonst verteilt. Das Jell-O Rezeptbuch war eine der ersten Gaben, die jeder Einwanderer zu dieser Zeit bekam.

1922 – mitten in der ersten Weltwirtschaftskrise – gründete Sears das „Worlds Largest Store“ („WLS“) Radioprogramm. Im Zentrum stand nicht der Vertrieb der eigenen Ware, sondern Tipps und Tricks für Farmer, aber auch Musik und Comedy. Die daraus entstandene Marke „WLS“ sendet auch heute noch, wenn auch nicht mehr für Sears, die den Sender mittlerweile verkauft haben.

Content Marketing macht Schule

Eine Firma, die schon früh von Content Marketing Gebrauch machte, war Nike. 1966 brauchten Bill Bowermann und der Kardiologe Waldo Harris eine 19-seitiges Büchlein mit dem Titel „Jogging“ heraus, eine Anleitung für Bewegung, Sport und Gesundheit. Die Veröffentlichung wurde ein Riesenerfolg und löste einen Sport-Hype in den USA aus. Warum das Content Marketing war? Bill Bowerman ist der Gründer von Nike. Und auch wenn das Heft mit keinem Wort Nike erwähnte, brachte der entstandene Hype Nike Millionen ein.

Wenn Sie einen Amerikaner fragen, wer der „Real American Hero“ ist, dann ist die Antwort immer G.I. Joe. Dabei ist der Held nichts anderes als eine clevere Marketingerfindung. Der Spielzeughersteller Hasbro und der Comicbuchspezialist Marvel schlossen sich 1982 zusammen und entwickelten die Figur - inklusive TV-Serie.

Der Begriff Content Marketing kam das erste Mal 1996 auf. John F. Oppedahl lud Journalisten zu einem Roundtable ein, um die Vermarktung durch Content zu diskutieren. „To make smart content decisions and to effectively market the newspaper, editors need to know what the readers want”, hieß es in der Ankündigung.

Das Internet sorgt für den Durchbruch

Den ersten offiziellen Job im Content Marketing hatte Jerrell Jimerson. Er wurde 1998 als "director of online and content marketing" bei Netscape eingestellt.

Ein umstrittenes Beispiel für Content Marketing ist das Spiel Moorhuhn. 1999 auf den Markt gebracht, war es zweifelsohne ein Riesenhit. Das Problem: Kaum jemand wusste, dass das Spiel ein Projekt des Whiskyherstellers Johnnie Walker war. Deswegen geht Moorhuhn trotz enormen Bekanntheitsgrad als gescheiterte Content-Marketing-Kampagne in die Geschichte ein – taugt aber dennoch als Anschauungsbeispiel.

Kostenlose E-Books und Whitepaper sind heute ein fester Bestandteil im Content Marketing. Den Durchbruch feierten sie im Jahr 2000, als Seth Godin das E-Book „Unleashing the Ideavirus“ veröffentlichte. Eine Millionen Leute luden sich das E-Book kostenlos herunter.

Mittlerweile haben Content Marketer das Potenzial von Blogs erkannt. Der erste große, erfolgreiche und aus Vermarktungsgründen eingerichtete Blog war „Channel 9“ von Microsoft. 2004 gegründet, war „Channel 9“ schnell der Anlaufpunkt vieler technikbegeisterter Leser.

Blendtec steigt 2007 ins Content Marketing ein. Mit der verrückten Video-Serie „Will it blend“ konnten in kürzester Zeit sechs Millionen Zuschauer erreicht werden. Die Folge war ein Umsatzwachstum von 700 Prozent.

2008 startet P&G die Webseite BeingGirl.com mit haufenweise Content für junge Mädchen. Die Effektivität des eigenen Marketing stieg schnell im den Faktor vier an.

Storytelling ist eng verknüpft mit Content Marketing. 2011 startet CocaCola deswegen die Marketingkampagne „CocaCola 2020“ dessen Umsetzung mit Methoden des digitalen Storytellings erfolgte. Begriffe wie „Liquid Content“ wurden durch die Kampagne geprägt und haben nachhaltigen Einfluss darauf, wie viele Unternehmen Content Marketing verstehen.

 

Quellen:

cmex.eu

curata.com

contently.com

contentmarketinginstitute.com

 

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Schlagworte zum Thema:  Content Marketing, Online-Marketing, Social Media

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