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So sieht es im Maschinenraum der digitalen Transformation aus

Ohne große Mengen an Daten, die Innovationen befeuern, wird die Transformation nicht gelingen.
Bild: Project Photos GmbH & Co. KG

IDC erwartet, dass sich die Wirtschaft in den kommenden Jahren in großem Stil mit der digitalen Transformation (DX) befassen wird. Sie muss ja auch. Diese Entwicklung soll gar zur Bildung einer "DX Economy" führen. Welche Entwicklungen - und Entwickler - die Transformation treiben, lesen Sie hier.

In den kommenden zwei Jahren werden demnach zwei Drittel der 2.000 weltweit führenden CEOs die digitale Transformation ins Zentrum ihrer Wachstumsstrategie rücken. IDC erwartet, dass sich bis zum Ende dieses Jahrzehnts der Anteil an Unternehmen mit fortgeschrittener Transformations-Strategie und entsprechenden Implementierungen mehr als verdoppelt. Die Umwälzungen der digitalen Transformation sollen dann branchenübergreifend zu spüren sein. Deutschland steckt in Sachen Digitalisierung bislang im Mittelmaß fest.

IDC prognostiziert, dass die Ausweitung der Digital-Business-Strategien innerhalb der kommenden 24 Monate mehr als die Hälfte der IT-Ausgaben der Firmen in Beschlag nehmen und dieser Anteil bis zum Jahr 2020 auf bis zu 60 Prozent steigen werden. "Cloud First" wird demnach zum Mantra der Unternehmens-IT. IDC erwartet, dass bis zum Jahr 2020 die Ausgaben der Unternehmen für Cloud-Dienste, Hard- und Software zur Cloud-Unterstützung sowie für Implementierung und Management der Cloud-Services die Grenze von 500 Milliarden Dollar übersteigen wird. Das ist mehr als das Dreifache der heute aufgewendeten Summe.

Entwickler treiben die digitale Transformation

Die DX-Economy wird in erster Linie Code-getrieben sein. Die Fähigkeit der Organisationen, zu wachsen und sich am Markt zu behaupten, hängt zunehmend von ihrer Fähigkeit zur Innovation ab. Diese wiederum ist bestimmt durch die Größe der Software-Entwicklungsteams und deren Können. So gesehen werden alle Unternehmen zunehmend zu Software-Firmen. IDC geht davon aus, dass die Unternehmen, die Digitalisierungsprojekte umsetzen, ihre Kapazitäten in der Entwicklung bis 2018 mehr als verdoppeln werden. Die Entwickler werden sich fast ausschließlich mit der digitalen Transformation befassen.

Ebenso wichtig werden in der DX-Economy die Daten sein. Ohne große Mengen an Daten, die die Innovationen befeuern, wird dieser Prozess nicht gelingen. IDC geht davon aus, dass der Erfolg der DX-Economy davon abhängt, ob es gelingt, stabile Daten-Pipelines für Datenströme zum und vom Unternehmen zu etablieren. Bis 2018 erwartet IDC, dass der Zulauf externer Daten zu Organisationen mit fortgeschrittenen Digitalisierungsinitiativen bis um den Faktor fünf anwachsen wird. Firmen, deren digitale Transformation extrem weit fortgeschritten ist, werden die Menge der ausgehenden Daten um den Faktor 500 oder mehr steigern.

Innerhalb der digitalen Transformation spielt das Internet of Things (IoT) ebenfalls eine herausragende Rolle. IDC erwartet, dass sich die Anzahl an Geräten im IoT auf mehr als 22 Milliarden verdoppeln wird. Das wiederum wird die Entwicklung von 200.000 neuen Apps und Lösungen zur Folge haben, die davon profitieren. Diese Geräte und Lösungen haben das Potenzial, in beinahe jeder Branche Wettbewerbsvorteile neu zu definieren. IDC prognostiziert, dass sich die besonders interessanten IoT-Entwicklungen in den Bereichen Fertigung, Transport, Handel und Gesundheitswesen entwickeln werden.

Kognitive Systeme haben sich bereits als unerlässliches Hilfsmittel in Firmen etabliert, die mit einer Flut von Daten operieren. Die Unternehmen werden in diesem Jahr laut den Prognosen über eine Milliarde Dollar für kognitive Software-Plattformen ausgeben. Dieser Bereich wird in den kommenden drei Jahren drastisch zulegen. IDC erwartet, dass über die Hälfte der Entwicklerteams bis 2018 kognitive Services in ihre Apps integrieren werden, um ihre Daten-Pipelines zu nutzen und um kundenspezifische Personalisierungen weiter zu verbessern. Aktuell nutzt gerade ein Prozent der Entwickler diese Möglichkeit.

In der sich ausweitenden DX-Economy kommen darüber hinaus branchenweiten Cloud-Plattformen und aktiven Communities zunehmend zentrale Positionen zu, um die digitalen Supply-Chains und Distributionskanäle um den Faktor 100 bis 1000 auszuweiten. IDC erwartet, dass bis zum Jahr 2018 mehr als 50 Prozent der großen Unternehmen und mehr als 80 Prozent der Unternehmen mit einer fortgeschrittenen Digitalisierungsstrategie Partnerschaften mit branchenspezifischen Cloud-Plattformen eingehen werden oder solche ausbauen, um ihre digitalen Zulieferer- und Distributions-Netzwerke auszubauen. IDC geht davon aus, dass die Anzahl der Branchen-Clouds von heute über 100 bis 2018 auf 500 oder mehr ansteigt.

Kundennähe an sehr vielen Touchpoints herstellen

In der DX-Economy werden in vielen Bereichen die Preise sinken. IDC erwartet deshalb, dass 60 Prozent der Unternehmen im B2B-Segment und 80 Prozent der Unternehmen im B2C-Bereich ihre "digitalen Ladentüren" und die Customer-Engagement-Systeme dahinter grundlegend überarbeiten werden. Das Ziel dabei: Eine im Vergleich zu heute um den Faktor 1000 bis 10.000 größere Anzahl an Kunden und Kunden-Touchpoints zu unterstützen. Gleichzeitig werden die Unternehmen drastisch mehr personalisierte Services anbieten müssen als das heute der Fall ist. IDC rechnet damit, dass "Customer/Intimacy @Scale" - die angepasste Kundennähe - eine der größten und komplexesten Herausforderungen der digitalen Transformation im Unternehmen sein wird. Hierfür bedarf es einer grundlegenden kulturellen und operationalen Veränderung.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Internet der Dinge, Big Data, Cloud Computing

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