12.08.2016 | Serie Die Marke ist tot? Es lebe die Marke!

"Der Endkunde entscheidet, ob das Logo gut ist"

Serienelemente
Ein überarbeitetes Logo soll mehr Fische, also Kunden fangen. Was die anderen Angler, also Experten und Marketer sagen, ist nicht wichtig.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Ob ein neues oder überarbeitetes Logo der Marke nützt, bestimmen die Endkunden. und nicht (selbsternannte) Experten aus der Marketingbranche. Davon ist Manfred Recklies überzeugt, Geschäftsführer der Düsseldorfer Designagentur Brösske, Meyer & Ruf.

Immer wieder, wenn ein Logo relauncht wird, fragen die üblichen verdächtigen Medien die üblichen verdächtigen Experten nach deren Meinung zum Relaunch. Es passiert immer das gleiche: Einige loben das neue Logo und andere machen es nieder. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie man zwar als Fachmann, aber ohne Briefing und ohne Insights eindeutig und bedenkenlos seine Meinung äußert.

Logo: Der Wurm muss dem Fisch schmecken

Darüber habe ich mit Manfred Recklies gesprochen, dem Geschäftsführer der Düsseldorfer Designagentur Brösske, Meyer & Ruf. Er sagt dazu: "Zunächst einmal ist es die primäre Aufgabe eines jeden Unternehmen, zu beurteilen und zu entscheiden, wann zum Beispiel ein Logo oder eine Verpackung verändert werden sollen. Ich finde es in der Tat sehr schwierig, ein solches Ergebnis zu kommentieren, wenn man nicht weiß, was sich hinter den Kulissen abgespielt hat; wenn man also zum Beispiel kein Briefing hat. Im Übrigen ist es aber nicht so wichtig, wie Kollegen eine solche Arbeit einschätzen. Viel spannender und entscheidender ist es, wie es den Kunden, die die Marke kaufen sollen, gefällt. Dies ist die einzig sinnvolle und richtige Währung."

Neu-Design von Verpackung zeigt Veränderungen am einfachsten

Mich haben auch die Gründe interessiert, warum man zum Bespiel eine Verpackung oder ein Logo verändert. Üblicherweise will man sich den geschmacklichen Veränderungen anpassen. Weil eine Verpackung ein wenig Staub angesetzt hat, möchte man diesen mit einem Relaunch abschütteln. Manfred Recklies sagt dazu: "Dies ist sicherlich ein wichtiger Grund. Wie oft man diesen Prozess durchläuft, ist auch davon abhängig, ob es sich um einen Randartikel handelt oder ob das Produkt ein zentraler Bestandteil des Portfolios ist. Aber unabhängig von diesem Grund kann man mit einer neu gestalteten Verpackung ein Statement der Veränderung abgeben. Gerade wenn es neue Verantwortlichkeiten gibt, und man Aufbruch zeigen will, bietet sich dafür eine neu gestaltete Verpackung an. Dies geht relativ schnell und die Kosten sind überschaubar. Viele andere Maßnahmen sind eben teurer. Mit einer neuen Verpackung hat auch der Außendienst neue Gesprächsgründe. Er kann sagen, dass sich im Unternehmen etwas bewegt, der Beweis ist die neue Verpackung. Sicherlich haben andere Maßnahmen eine tiefere Wirkung, aber sie brauchen auch länger, und sie sind mit mehr Kosten verbunden. Denken Sie an die Entwicklung von neuen Produkten oder wenn man sich von Mitarbeitern trennen muss."

Deutsche entwickeln fremde Innovationen weiter

Wir haben uns im Laufe des Gesprächs auch noch über die generelle Innovationsbereitschaft der Industrie, des Handels und der Dienstleister in Deutschland unterhalten. Manfred Recklies hat dazu eine eindeutige Meinung: "Schaut man sich an, wo die großen Innovationen in den letzten Jahren herkommen, so sind diese primär im Ausland entstanden. Man denke an die Internet-Unternehmen aus den USA oder auch an neue Handels- und Produktkonzepte. Die Deutschen sind sehr gut darin, Dinge weiter zu entwickeln.“

Schlagworte zum Thema:  Verpackung, Marke, Marken-PR, Markenführung, Digitalisierung

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