29.02.2016 | Digitalisierung

Datenströme (nicht Waren) erstmals Treiber des globalen Wachstums

Deutschland hat maßgeblichen Anteil am weltweiten Wachstum.
Bild: Haufe Online Redaktion

Zum ersten Mal tragen internationale Datenströme mehr zum globalen Wachstum bei als der klassische Warenhandel. Nachgerechnet hat das McKinsey Global Institute. Deutschland trägt maßgeblich dazu bei.

Die Weltwirtschaft ist vernetzt wie nie zuvor. 2014 haben deshalb internationale Datenströme erstmals mehr zum globalen Wirtschaftswachstum beigetragen als der klassische Warenhandel. Von insgesamt 7,8 Billionen Dollar waren 2,8 Billionen direkt auf die Digitalisierung zurückzuführen, 2,7 Billionen auf den Warenverkehr. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Digital Globalization: The new era of global flows“.

Bis zur Finanzkrise nahm der Anteil der globalen Waren-, Finanz- und Dienstleistungsströme an der Weltwirtschaftsleistung kontinuierlich zu. Mit 53 Prozent Anteil am weltweiten BIP erreichte er 2007 ein Rekordhoch. Seitdem gingen die internationalen Finanzströme um gut die Hälfte zurück; Güterhandel und der internationale Dienstleistungsverkehr erholten sich nur langsam von der Krise. Als Folge machte der Anteil dieser Ströme 2014 nur noch 39 Prozent der Weltwirtschaftsleistung aus.

Ende des Wachstums von Datenströmen nicht in Sicht

Die Datenströme hingegen vervielfachten sich über Ländergrenzen hinweg  und waren 2014 rund 45 Mal so groß wie 2005 (gerechnet in Terabits pro Sekunde). Ein Ende dieses Wachstums ist derzeit nicht in Sicht. Das MGI prognostiziert, dass in den nächsten fünf Jahren globale Datenströme sich erneut um den Faktor neun vervielfachen.

Digitale Plattformen vernetzen Menschen, Informationen und Märkte und tragen somit im Wesentlichen zu dieser Entwicklung bei. Zwölf Prozent des globalen Warenverkehrs sind heute beispielsweise auf den internationalen E-Commerce zurückzuführen. Das bietet, so ein weiteres Fazit der Studie, gerade für kleine und mittlere Unternehmen beste Chancen, um via Internet neue Kunden und Märkte zu erschließen. 360 Millionen Menschen haben online schon in ausländischen Shops eingekauft.

Deutschland auf Platz 4 im Connectedness-Index

McKinsey hat den sogenannten MGI Connectedness Index errechnet, der den Vernetzungsgrad von insgesamt 139 Ländern mit Blick auf den Austausch von Gütern, Dienstleistungen, Finanzströmen, Fachkräften und Daten bewertet. Deutschland belegt in diesem Ranking Platz vier und liegt hinter Singapur, den Niederladen und den USA. Der größte Sprung im Vergleich zum Vorjahr gelang China, von Platz 25 auf Platz 7.

Die Studie zeigt außerdem, dass nicht nur Kunden und Unternehmen, sondern auch Volkswirtschaften profitieren. Denn Länder, die besonders stark international vernetzt sind, weisen im Schnitt ein höheres BIP pro Kopf aus als weniger eingebundene Staaten.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Online-Marketing

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