15.03.2013 | Datenschutz

Bundesbürger sind besser informiert, als Verbraucherschützer denken

Über die technischen Möglichkeiten, ihre Privatsphäre zu schützen, wissen Onliner Bescheid.
Bild: Haufe Online Redaktion

Da täuschen sich Verbraucherschützer und Politiker: In Sachen Datenschutz sind die Deutschen besser informiert als gemeinhin angenommen. Dass Onliner ihre Daten keinesfalls leichtgläubig hergeben, hat eine Panelumfrage des Deutschen Dialogmarketing Verbandes (DDV) nun ergeben.

840 Verbraucher hatten an der Umfrage teilgenommen. Diejenigen, die demnach im Internet einkaufen oder über soziale Medien kommunizieren, geben ihre Daten nicht leichtfertig her. Viele wissen über technische Möglichkeiten, wie das Löschen von Cookies oder die Kontrolleinstellungen zur Sichtbarkeit von Profilen in sozialen Netzwerken Bescheid. Auch die vielen Vorteile, die das Internet Verbrauchern bietet, wenn es beispielsweise um das Sammeln von Rabatten geht, kennen sie. Dass sie dafür mit der Erhebung ihrer Daten quasi „bezahlen“ müssen, ist bekannt. So sagen 70 Prozent der Befragten, sie finden es „gut“ (42 Prozent) oder sogar „sehr gut“ (27,9 Prozent), dass es Online-Rabatte gibt. Sie akzeptieren die Preisgabe persönlicher Daten als Teil des „Deals“. Ähnlich die Ergebnisse bei Fragen nach E-Mail-Newslettern: 53 Prozent erhalten gerne Informationsmails über aktuelle Angebote. Knapp 40 Prozent schätzen außerdem die Tatsache, dass Suchmaschinen vorherige Suchvorgänge nutzen, um nachfolgende Suchergebnisse zu optimieren.

Datenschutzrichtlinien werden gelesen

Skeptischer sind Verbraucher hingegen bei individualisierter Werbung in Social Media und die Lokalisierung in stationären Geschäften durch soziale Medien. Nur 21,7 Prozent beziehungsweise 22,7 Prozent akzeptieren diese Technologien uneingeschränkt. Entsprechend nutzen 71,9 Prozent die Möglichkeiten, die Sichtbarkeit ihres Profils in den Social Media zu kontrollieren, ebenso viele (71,2 Prozent) löschen regelmäßig ihre Cookies. Erstaunlich ist, dass knapp die Hälfte der Befragten (47,7 Prozent) die Datenschutzrechtlinien der besuchten Internetseiten liest und aus Datenschutzgründen auch unterschiedliche Suchmaschinen (47,4 Prozent) nutzt.

Neben der Nutzung, wurde auch die Akzeptanz des Datenschutzes erfragt: Aussagen wie „Ich gebe so wenig Daten wie eben möglich über mich im Internet preis“ oder „Bevor ich persönliche Daten im Internet preisgebe, erkundige ich mich über den Anbieter und die Nutzung meiner Daten“ stimmt die Mehrheit der Befragten zu. Verbraucher erwarten demzufolge, dass sich Unternehmen zum Datenschutz bekennen und dieses auch deutlich aussprechen. Sie wünschen sich Kontrolle über ihre Daten und mehr Informationen zum Datenschutz. Transparenz erwarten sie deshalb auch bei personalisierter Werbung im Netz.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Social Media, Online-Marketing

Aktuell

Meistgelesen