Mehr Vernetzung: Auch im Bereich Smart Home wird sich einiges tun. Bild: Corbis

Die Digitaltrends 2017 prognostiziert die Design- und Innovationsberatung Fjord: Der Blick in die nahe Zukunft zeigt, wie die Grenzen zwischen Augmented und Virtual Reality fallen, wie Chatbots menschlicher werden und Kunden das Storytelling übernehmen.

"Fjord Trends 2017“ heißt die Studie der zu Accenture gehörenden Design- und Innovationsberatung, die nun bereits zum zehnten Mal erschienen ist. Darin bündelt Fjord digitale Entwicklungen, die besondere Auswirkungen auf den Menschen als Kunde und Mitarbeiter haben werden.

Shiny API People – Mitarbeiter rücken ins Zentrum digitaler Innovationsstrategien: Immer mehr Unternehmen verabschieden sich von starren Abteilungen und Rollen. Hierarchien fallen, damit Mitarbeiter Ideen deutlich schneller entwickeln und umsetzen können. Viele Firmen haben bereits Innovation Labs ins Leben gerufen und fördern Innovation mit Design-Thinking-Methoden. Nun merken sie, dass sie die gesamte Arbeitsweise stärker auf Mitarbeiter ausrichten müssen.

Hourglass Brands – Marken werden zur Plattform oder zeigen Mut zur Nische: Für viele Marken stellt sich die Frage, ob sie ein Plattformanbieter sein können oder eine Nische besetzen wollen. Dazwischen wird es eng, denn der Markt polarisiert sich: Auf der einen Seite stehen riesige Plattform-Marken, die viele Lebensbereiche abdecken. Laut Marktbeobachtern soll im Jahr 2021 ein Fünftel der Tätigkeiten jedes Menschen mit einem der sieben größten digitalen Anbieter verknüpft sein. Auf der anderen Seite stehen Spezialmarken mit klarem Fokus und klarer Mission.

Blurred Reality – Schranken zwischen echter, Augmented Reality und Virtual Reality fallen: Unternehmen entwickeln kombinierte Angebote aus Augmented Reality und reiner Virtual Reality. Sie beschränken sich nicht mehr auf Angebote mit nur einem Reality-Format. Laut einer großen Investmentbank soll der Markt für AR und VR im Jahr 2025 80 Milliarden US-Dollar erreichen.

World On Wheels - Wer im selbstfahrenden Auto Services anbieten will, lässt den Motor warmlaufen: Das selbstfahrende Auto schafft einen vernetzten, mobilen Raum, in dem Menschen vieles von dem erledigen werden, was sie bislang daheim, am Arbeitsplatz und in Geschäften getan haben. Das Auto wird zur Interaktionsumgebung für den Lebensalltag, deshalb beginnen immer mehr Unternehmen außerhalb der Automobilindustrie damit, Angebote für diesen Raum zu entwickeln.

Digitaltrends: Wenn Kunden mit Chatbots sprechen

Home Without Boundaries - Das Smart Home entwickelt sich zur echten Haushaltshilfe: Die Zahl der Smart-Home-Angebote, die sich stärker an die Bedürfnisse der einzelnen Mitglieder eines Haushalts richten, wird steigen. Noch sind Angebote für das vernetzte Haus fragmentiert und oft an Steuerungsgeräte eines Anbieters gebunden. Zukünftig wird es stärker um die Vernetzung der Services und Geräte untereinander, als um einzelne technische Lösungen gehen.

Ephemeral Stories - Jeder Kunde wird zum Teil der Geschichte einer Marke: 56 Prozent der Marketingabteilungen in Deutschland verfügen über mehr digitalen Content als sie bewältigen können, so eine Accenture-Studie. Sie wenden sich daher zunehmend vom klassischen Storytelling ab und lassen die Kunden über Marken sprechen. Ein Großteil des neuen Marken-Contents werden kurze Live-Videos sein, bei denen User selbst das Branding übernehmen, etwa mit Bildbearbeitungsfiltern.

Me, Myself and A.I. - Chatbots werden einfühlsamer: Unternehmen verleihen Chatbots mehr Persönlichkeit. Der Markt boomt: Laut Branchenprognosen könnte ein Durchschnittsbürger bereits 2020 mehr Konversationen mit Chatbots führen als mit seinem Lebenspartner. Um sich im Wettbewerb zu differenzieren, gestalten Unternehmen diese Dialog-Programme, hinter denen oft eine künstliche Intelligenz steckt, emotional intelligenter und emphatischer.

Unintended Consequences - Das Allheilmittel Customer Centricity zeigt Nebenwirkungen: Ob Hassbotschaften, Datenschutzprobleme oder Auswirkungen der Sharing Economy auf den Arbeits- und Wohnungsmarkt: Die Ausrichtung digitaler Angebote auf die Bedürfnisse des Einzelnen hat Nebenwirkungen. Verbraucher und Medien beurteilen diese kritischer denn je. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, die Gesamtfolgen ihres digitalen Handelns auf die Gesellschaft zu berücksichtigen und der sogenannten Social Experience mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Serie: Mehr über die wichtigsten Marketingtrends 2017 lesen Sie hier.

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Analytics, Big Data, Marketing, Online-Marketing, Internet der Dinge, Virtual Reality, Augmented Reality

Aktuell
Meistgelesen