04.02.2015 | Conversion-Optimierung

So funktionieren A/B-Tests

Websites sollten regelmäßig mit Varianten getestet werden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Schwachstellen auf der Website können teuer werden. Mit A/B-Tests sind Betreiber auf der sicheren Seite. Die Methode scheint einfach durchzuführen, dennoch gibt es Fallstricke. Etracker erklärt sie.

Olaf Brandt, Director Product Management beim Web-Controlling und Targeting-Anbieter Etracker, hat die Tipps zum A/B-Testing zusammengestellt.

  • Da A/B-Tests schnell und unkompliziert erstellt werden können, vergessen viele die Strategie. Identifizieren Sie zunächst das Problem und formulieren Sie dann eine Hypothese wie diese: Wenn ein <Problem> durch einen <Optimierungsvorschlag> verändert wird, erreichen wir eine Verbesserung von <erwartetes Ergebnis>.
  • Auch beim Launch des A/B-Tests sollte mit Bedacht vorgegangen werden. Prüfen Sie deshalb unbedingt vor Teststart Funktionalität und Anzeige der Varianten in unterschiedlichen Browsern und auf verschiedenen Endgeräten.
  • Stecken Sie sich keine zu hohen Ziele. Mehr Bestellungen oder Umsatz als Ziel anzugeben, kann den Test beispielsweise verfälschen, weil schlichtweg zu viele Faktoren den Verkauf beeinflussen. Setzen Sie stattdessen auf kürzere Conversion-Ziele, sogenannte Mikro-Conversions. Beispiel: Wird im A/B-Test ein neuer Call-to-Action-Button ausprobiert, kann das Ziel der Klick darauf sein.
  • Achten Sie aufs SEO-Ranking, denn ein gutes Suchmaschinenranking kann durch A/B-Tests schnell zunichte gemacht werden. Damit die Seitenvarianten nicht von Google als Duplicate Content behandelt werden, muss der Content der Seite dynamisch geändert werden, sodass der Google-Crawler immer nur die Originalseite durchsucht.
  • Halten Sie lange genug durch, um ein valides Testergebnis zu erhalten. Auch wenn sich bereits nach 100 Testbesuchern schon ein Gewinner herauskristallisieren sollte, sollte die Datenmenge am Ende so groß sein, dass die Gewinnervariante mit statistischer Signifikanz bestimmt werden kann. Im Regelfall benötigen Sie mehrere 100 bis 1000 Besucher pro Test, abhängig davon, wie stark sich die Conversion-Rate der Seitenvarianten vom Original unterscheidet.
  • Während der A/B-Test läuft, büßen Sie Umsatz ein. Da ein valides Ergebnis manchmal schneller erzielt wird als gedacht, sollten Sie einen Autopiloten einsetzen, der erkennt, wenn es eine eindeutige Gewinnervariante gibt.
  • In der Regel werden die Tests über alle Kundengruppen gefahren. Allerdings sollten Sie die Ergebnisse immer segmentieren, nach Wiederkehrern, Stammkunden etc. Je nach Besuchergruppe und Verhalten können dann personalisierte Websiteinhalte automatisch ausgespielt werden.

Außerdem rät Brandt Webseitenbetreibern dazu, Optimierungen nicht nur einmal im Jahr vorzunehmen, sondern sie als kontinuierliche Aufgabe zu betrachten. 

Weiterlesen:

Investments zur Optimierung erhöhen Konversionsraten von Websites

Das sind die zentralen E-Commerce-Themen 2015

Schlagworte zum Thema:  E-Commerce, Online-Marketing, SEO

Aktuell

Meistgelesen