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Content Marketing Masters: Konferenz mit erfolgreichem Debut

Spannende Vorträge, interessierte Zuhörer bei der Content Marketing Masters in Berlin.
Bild: Haufe Online Redaktion

Für angeregte Diskussionen, neue Blickwinkel und einen intensiven Wissensaustausch sorgten die Content Marketing Masters am 28. Mai in Berlin.

Das Format war neu, das Interesse hoch: Mehr als 200 Teilnehmer waren am gestrigen Donnerstag (28.5.) im Verlagshaus des Tagesspiegel in Berlin zusammengekommen, um sich auf der Konferenz „Content Marketing Masters“ über Strategien und Herausforderungen beim Einsatz von Content Marketing auszutauschen.

 

Eingeladen hatte die Berliner Online-Marketing-Agentur AKM3. Geschäftsführer Andre Alpar verwies in seiner Eröffnungsrede auf die wachsende Bedeutung von Content Marketing. Da dieses Thema viele verschiedene Unternehmensbereiche betrifft, beschäftigen sich heutzutage Menschen mit unterschiedlichem beruflichem Background mit Content Marketing.  Entsprechend vielschichtig ist die Thematik, was sich auch in den höchst unterschiedlichen Vorträgen widerspiegelte: In den zwei parallel verlaufenden Sessions – einem englischsprachigen und einem deutschsprachigen Track – kamen Anbieter und Agenturen ebenso zu Wort wie Start-Ups und Autoren. Es wurden Strategien, Anwendungsbeispiele und tägliche Herausforderungen diskutiert.

 

Eine wichtige Erkenntnis: Content Marketing verändert das Marketing und seine Denkweisen. So verwies Martin Dräger, Geschäftsführer Unruly Deutschland, darauf, dass Content Marketing für viele Unternehmen schon heute die einzige Möglichkeit ist, um Nutzer für bestimmte Geschäftsmodelle zu begeistern. So investieren Netflix und Amazon bereits Milliarden US-Dollar in die Produktion eigener Filme für ihre Video-On-Demand-Angebote. Mit klassischen Bannerkampagnen könne man Menschen heute nicht mehr in bestimmte Nutzungsprozesse überführen, so Dräger. Auch die Bedeutung der Share-Rate wurde thematisiert. Für Dräger ist sie der wichtigste Social KPI. Die Kennzahl sagt aus, wie oft Nutzer ein Video mit anderen Nutzern geteilt haben. Studien zufolge steigern Videoshares die Kaufbereitschaft beträchtlich.

 

Real Content als Erfolgskonzept

 

Nach Ansicht von Jochen Förster ist die Zeit des Kampagnen-Denkens jedoch vorbei. Der Content Stratege der Content Marketing Agentur C3 ist Chefredakteur des Volkswagen-Markenmagazins „Das Auto. Magazin”. Sein Erfolgsrezept: Keine Geschichten erfinden, sondern Geschichten finden. In diesem auch als „Real Content“ bezeichneten Spezialgebiet des Content Marketing setzt man auf echte Personen mit realen Geschichten. Der Experte sieht diese Variante des Content Marketing insbesondere für Image- und Brandingziele geeignet. Insgesamt gehe der Trend weg von der Produkt-zentrierten hin zu einer Consumer-zentrierten Kommunikation, so Förster.

 

Intensiver Wissensaustausch

 

Im Laufe des Kongresstages wurde deutlich: Es gibt sehr viel Gesprächsbedarf. Die Fragerunden waren ausgiebig, das Informationsbedürfnis der Teilnehmer groß, es wurde viel zwischen Rednern und Publikum interagiert.

 

Eines der Highlights des Kongresstages war für viele der Auftritt des Bestseller-Autors Veit Etzold. Er arbeitete viele Jahre in diversen Großunternehmen, im Medienmanagement, für Banken und für Start-ups. Ebenso war er Strategieberater in einer Unternehmensberatung. Gleichzeitig ist er erfolgreicher Sachbuch- und Thrillerautor. Einige seiner Werke waren wochenlang in der Spiegel Bestseller Liste und wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Etzold machte dem Publikum klar: Menschen erinnern sich nicht an Fakten, sondern an Geschichten. Und er zeigt drei Regeln auf, wie Digital Storytelling für Unternehmen zum Erfolg werden kann. Eine seiner zentralen Empfehlungen für ein gutes Content Marketing: Nicht greifbare Dinge greifbar machen. „Wir kommunizieren oft zu langweilig. Unser Gehirn will Geschichten“, betonte der Autor.

 

Markenführung spielt wichtige Rolle

 

Auf einen anderen, nicht minder wichtigen Aspekt machte Frank Vogel in seinem Vortrag aufmerksam: Der Gründer und Managing Partner von Vogel Obentz, einer Strategieagentur für Markenentwicklung, betonte, dass Marken den Nutzern zuhören sollten, um auf Trends zu reagieren. Das Motto müsse künftig lauten: Erst empfangen, dann senden. Auch negativen Content der Nutzer müsse eine Marke zulassen. Vogel plädierte in diesem Zusammenhang für eine moderne Markenführung. Die Verschiebung von klassischer zu moderner Markenführung könne das Content Marketing befruchten.

 

Cases und eine Diskussion über die künftige Rolle der Mediaagenturen rundeten das Tagesprogramm ab.  In der englischsprachigen Session wurden unter anderem die Themen visueller Content, Content für China und die Rolle von Daten aufgegriffen. Die Vielschichtigkeit der Vorträge auf dieser Konferenz zeigte, wie facettenreich Content Marketing im digitalen Zeitalter ist.

 

Weitere Veranstaltung geplant

 

Für die seit dem vergangenen Jahr zur ZenithOptimedia/Performics (Publicis-Gruppe) gehörende AKM3 war es die erste Content Marketing Konferenz, die sie in diesem Rahmen veranstaltete. Bei einem ersten Fazit zeigte sich Geschäftsführer Maik Metzen mit dem neuen Format sehr zufrieden: „Das Interesse war groß. Wir sind schon sehr gespannt auf das Feedback der Teilnehmer“. Für das kommende Jahr plant die Agentur bereits ein Folge-Event. „Content Marketing ist mittlerweile in vielen Abteilungen der Unternehmen angekommen. Das Bedürfnis nach neuen Informationen wird weiter wachsen“, ist Metzen sicher.

 

Schlagworte zum Thema:  Content Marketing, Online-Marketing, KPI (Key Performance Indicator)

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