14.04.2016 | Serie The Future of Marketing

Connected Car: Im Vorwärtsgang

Serienelemente
Eines Tages werden die digitalen Fähigkeiten eines Wagens so wichtig sein wie seine Fahrleistung oder sein Design.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Automobilbranche steht vor großen Herausforderungen. Denn neue (digitale) Player ­mischen mit im Kampf um die Mobilität der Zukunft. Für das Marketing dürfte interessant sein, wofür die Kunden im Auto der Zukunft die Hände frei haben. Und wer dann Mittler sein wird.

Auf der letztjährigen Dmexco in Köln war das neue 7er-Modell von BMW eines der Hightlights des Rahmenprogramms. Es gilt als wegweisend für die digitale Zukunft des Autos. Und auch EU-Kommissar Günther Oettinger schlug in seiner Eröffnungsrede zur Messe eine Brücke zur Internationalen ­Automobil Ausstellung IAA. Man sieht: Das Thema Connected Car ist auch in der digitalen Wirtschaft angekommen. Und ­irgendwann wird es auch im Marketing ankommen.

Sicher ist bereits heute: Die Automobilbranche steht vor ziemlich großen Veränderungen. Denn die Digitalisierung beeinflusst – natürlich – auch dieses Geschäft. Mit Folgen. Das Auto der Zukunft wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nur zusammen mit dem Silicon Valley entwickeln lassen. Oder die dortigen Unternehmen machen es gleich ganz selbst; die etablierten Anbieter hätten dann bestenfalls die Rolle eines Zulieferers. Eine Angst, die die Branche schon seit längerem heimlich umtreibt. Nicht zu unrecht, wie das Beispiel Tesla zeigt, und auch die nicht nachlassenden Gerüchte, dass Apple sich in diesem Bereich stärker engagiert als das Unternehmen aus Cupertino bislang zugibt. Den Autobauern erwächst eine Konkurrenz, die völlig anders tickt. Dieser werden sie sich stellen müssen. Denn eines Tages werden die digitalen Fähigkeiten eines Wagens so wichtig sein wie seine Fahrleistung oder sein Design. Und da sind die großen und kleinen Player der digitalen Welt den großen Marken potenziell meilenweit voraus.

Wie sehr die Gestaltung der Mobilität der Zukunft den Firmen unter den Nägeln brennt, zeigte auch der Kampf um den Kartendienst Here, den letztlich BMW, Daimler und Audi für sich entscheiden konnten. Auch der Fahrdienstvermittler – und Game Changer – Uber soll an der ehemaligen Nokia-Tochter dran gewesen sein.

Welches Marketing erreicht die Passagiere im Connected Car?

Klar ist, dass sich im Auto der Zukunft immer mehr Software finden wird. Unklar ist noch, welcher Anbieter mit welchen Diensten in welchen Fahrzeugen vertreten sein wird und was es für das Marketing bedeutet, wenn die Insassen, in einer nicht allzu fernen Zukunft, Hände und Geist frei haben, weil das Auto selbst fährt. Und wie wird die Vermittlung zwischen Anbietern, eventuell Werbungtreibenden und Kunden laufen?

Bislang geht es in erster Linie noch um neue Möglichkeiten der Interaktion zwischen Insassen und Auto. Dazu werden derzeit mehr oder weniger große Touchscreens eingesetzt. BMW punktet im 7er sogar mit einer Gestensteuerung. Richtig spannend wird es bei der Frage, welche App-Landschaft sich rund um die Autos entwickeln wird, wo bislang lediglich das Smartphone angeschlossen wird; die Riesen Google (Android Auto) und Apple (Carplay) haben bereits ihre Finger im Spiel. Hier entstehen neue Perspektiven deutlich jenseits des ziemlich naheliegenden Performance Trackings des Autos. Und Content-Partnerschaften werden natürlich auch schon ausgebrütet. Die neuen Technologie werden jedenfalls in nicht allzu ferner Zukunft so einfach und alltäglich werden, wie es das Smartphone heute schon ist.

Und dann ist da natürlich auch noch die Datenfrage, denn für die entstehenden Daten interessieren sich in einer Big-Data-Welt nicht nur die Autobauer selbst oder die Kfz-Versicherungen, sondern sicher auch die Internetkonzerne, ­App-Anbieter und Werbungtreibenden.

Weiterlesen:

Connected Car – Kundenbeziehungsmanagement reloaded

Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Internet der Dinge, Marketing, Mobile Marketing, Big Data, Online-Marketing, Social Media

Aktuell

Meistgelesen