08.03.2016 | CMCX

Content Marketing in der Diskussion

Das Thema Content Marketing ist vielfältig.
Bild: CMCX

Regen Zuspruchs erfreute sich die diesjährige Content-Marketing Conference & Exposition (CMCX), die parallel zur Internet World stattfand. Auf zwei Bühnen in über 30 Slots wurde lebhaft diskutiert – von Content-Distribution über Storytelling und Content-Curation bis Native Advertising.

In einem voll besetzten Waldorf Stage berichtete etwa Mirko Lange, Vice President Content Strategy von Scribble Live, über Content Operations als Bindeglied zwischen Content-Strategie und nachhaltigem Geschäftserfolg:  "Der Erfolg von Content Marketing beruht darauf, dass man Nutzen nicht nur für den Verbraucher schafft. Der Content muss auch Nutzen für das Unternehmen schaffen", so der Experte. Und um dies sauber auszutarieren, müsse man sich in seiner Content-Strategie dazu vorher Gedanken machen. Zumal es  heute so viele Themen, so viele  Abteilungen, so viele Formate, so viele Medien und Kanäle gibt, welche die konkrete Ausgestaltung ohnehin schon zu einer hochkomplexen Angelegenheit machen. Und auch wenn Content Marketing zuweilen als Antwort auf Reizüberflutung und Werbeverweigerung gesehen wird, glaubt Experte Lange nicht an das Ende klassischer Werbung: "Sowohl Content Marketing als auch klassische Werbung haben eine Relevanz". Aber Content Marketing könne – professionell umgesetzt - noch viel mehr erreichen. "Allerdings ist es nicht damit getan, ein cooles Content-Marketing-Tool für das eigene Unternehmen zu kaufen", so Lange. Dennoch. Allein guter Content allein dürfte auch nicht weiterhelfen: "Gute Inhalte, schön und gut. Aber ohne Reichweite sind sie nutzlos", so das Fazit des Content-Marketing-Experten.

Wie Brands zu Publishern werden, zeigte Thorsten Eder von Redblue Marketing. In seiner Case Study über "Turn On" von Saturn machte er deutlich, wie sich hohe Qualität im Content Marketing langfristig auszahlt. Aber: "Sie dürfen nichts versprechen, was Sie nicht halten können", so ein wichtiges Learning beim Content-Marketing-Projekt  von Saturn.

Content Marketing lebt von der Qualität

Auch Kerstin Pape, Digitalchefin beim Versandhandelsunternehmen Otto Group, war sich sicher, dass sich langfristig vor allem eines auszahlt: "Eine hohe Qualität im Content".

Für dies Qualität im Content sind Deutschlands Verlage geradezu prädestiniert, weshalb Gerrit Klein, Geschäftsführer des Ebner Verlags, sie als Gewinner im Content Marketing sieht: "Verlage werden zu E-Commerce-Anbietern – und sie werden profitieren, wenn sie sich neu aufstellen." Denn: "Das Geschäftsmodell der Verlage im Sinne von Print and Forget funktioniert nicht mehr", so Gerrit Klein. Das größte Asset der Verlage ist der Zugang zu einer bestimmten Zielgruppe – und dies könne mit Content Marketing künftig noch effektiver bedient werden. "Content Marketing ist das bessere Publishing", so Klein.

"Content Marketing wird das klassische Marketing langfristig substituieren", glaubt unterdessen Daniel Horzetzky von Newcast. Es sei in erster Linie Vermarktung, nicht Publishing.

Nach zwei Tagen reger Diskussion auf der CMCX in München, die auch Raum ließen für Spezialthemen wie Native Advertising sowie B2B Content-Marketing, war klar, dass hier ein vielfältiger Markt um das Thema Content Marketing entstanden ist, der noch am Beginn einer langen Reise steht. Und dass es der CMCX jetzt darum gehen muss, einen jährlichen Orientierungspunkt in einem immer komplexer werdenden Markt zu bieten. Durch die neu geschaffene Messe könnte ein zuweilen intransparenter Markt zugänglicher für Content-Marketing-Entscheider gemacht werden.

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Schlagworte zum Thema:  Content Marketing, Online-Marketing, Marketing

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