15.01.2014 | Interview mit Claudia Hilker

"Exklusives Wissen ist ein wichtiger Motivator"

"Menschen wollen in ihrem Stellenwert erkannt und zudem öffentlich anerkannt werden."
Bild: Hilker Consulting

Genügten früher Seriosität und Reichweite, muss ein Multiplikator heute zusätzlich cool, beliebt, innovativ und mutig sein. Claudia Hilker, Geschäftsführerin von Hilker Consulting in Düsseldorf, skizziert im Interview, wie Unternehmen es schaffen, cooler, markanter, interessanter und Facebook-fähiger zu werden.

acquisa: Wie erschließen sich Unternehmen coole, zeitgenössische Multiplikatoren?

Claudia Hilker: Durch die Verknüpfung von On- und Offline: Das klassische Journalisten-Event lässt sich im empfehlerischen Longtail verlängern. Blogger und Co. erhalten in der digitalen Community Mehrwerte in Form von Anerkennung, Ehrerbietung und Mehrwerten wie Insights. Das beherzigen beispielsweise Kosmetika-Portale, die Produkttester aktivieren.

acquisa: Die Markenartikler veranstalten eine Art Online-Casting …

Hilker: Tools und manchmal auch Agenturen prüfen die Bewerber auf ihre Eignung als Markenbotschafter. Wer als Influencer in der Auswahl ist, erhält kleine Belohnungspakete oder brandneue Produktproben. Oder Unternehmen binden Influencer in einen Betatest ein. Sie stellen den Peer-Groups das neue Handy zur Verfügung oder laden potenzielle Markenbotschafter zu einem Event ein. Und sie bitten diese, darüber zu schreiben und nutzen den Output selbst für die Kommunikation.

acquisa: Was motiviert Multiplikatoren, sich für eine Marke ins Zeug zu legen?

Hilker: Unternehmen sollten gegenüber ihren potenziellen Markenbotschaftern auf Vertrauen, Status und Aufmerksamkeit setzen: Menschen wollen in ihrem Stellenwert erkannt und zudem öffentlich anerkannt werden. Dazu gehören Dankbarkeit und Status, wie ihn ein sogenannter "Major" bringt – eine Art spielerischer VIP-Einchecker beim Location-Netzwerk Foursquare. Auch exklusives Wissen ist ein wichtiger Motivator.

acquisa: Welche Incentives wirken nicht?

Hilker: Unternehmen sollten Ethik, Compliance und Geschmacksgrenzen anerkennen. Auf ein Zuviel oder einen offensichtlichen Bestechungsversuch reagieren Multiplikatoren oft pikiert. Viele Blogger beäugen gerade luxuriöse und eigens für sie organisierte Reisen misstrauisch und strafen solche Incentives möglicherweise sogar in ihren Posts ab. Nach dem Motto: "Wollen die uns kaufen?!"

Schlagworte zum Thema:  Social Media, Online-Marketing

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