29.01.2013 | BVDW

Das sind die wichtigsten Themen der digitalen Wirtschaft 2013

Die aktuelle Datenschutzdebatte beschäftigt auch den BVDW.
Bild: BVDW

Die Schaffung von geräteübergreifenden Messtools und die effiziente Auslieferung digitaler Werbemaßnahmen halten die knapp 150 befragten Experten einer BVDW-Umfrage für ihre wichtigsten Themen in diesem Jahr. Handlungsbedarf sehen sie außerdem bei der EU-Datenschutzgrundverordnung.

Zu den politischen Themen, die nach Einschätzung der Befragten für den BVDW auf dem Programm stehen sollten, gehören neben der EU-Datenschutzgrundverordnung auch Fragen zur Netzneutralität und dem Leistungsschutzrecht. Als schwierig bewertet ein Drittel der Umfrageteilnehmer zudem die Situation von Start-ups.

Einen hohen Stellenwert besitzt für die meisten Digital-Werbung als Grundlage zur Refinanzierung von kostenfrei zugänglichen Inhalten im Netz. Dementsprechend nennen 67 Prozent die Schaffung von geräteübergreifenden Messtools und eine effiziente Werbeauslieferung als ein zentrales Thema. Knapp die Hälfte (43,5 Prozent) glaubt, dass Online-Bewegtbildwerbung das Aufmerksamkeitspotenzial von TV-Werbung erreicht; 32 Prozent haben sich darüber hingegen noch keine detaillierten Gedanken gemacht.

Datenschutz und Netzneutralität im Fokus
Durch die jüngsten Änderungsvorschläge zur EU-Datenschutzgrundverordnung sieht sich der BVDW in der Pflicht, Hilfestellung und Handlungsempfehlungen zu liefern. 35 Prozent der Befragten stimmen dem zu. Mehr als ein Viertel hat sich noch keine klare Meinung zu diesem aktuellen Thema gebildet.

Ebenso großen Handlungsbedarf sehen die Experten im Bereich der Netzneutralität. Für ein Drittel der Unternehmen (66 Prozent) muss beim Datentransport eine Mindestqualität gewährleistet sein -  ohne Diskriminierung der durchgeleiteten Inhalte. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen die Experten bei der Frage nach einem Leistungsschutzrecht für Verlage: Wenn Suchmaschinen Presseerzeugnisse nicht mehr ungefragt verlinken dürfen, befürchten sie (48 Prozent) schädliche Auswirkungen.

Ein Drittel der Befragten (31 Prozent) hält die Gründung von Start-ups unter den derzeitigen Bedingungen schwierig. Die Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen sei eine Aufgabe für Universitäten, Unternehmen und Politik gleichermaßen, so der BVDW. Standortvorteile müssten verstärkt kommuniziert und attraktive Förderungen für Gründer kommuniziert werden.

Die Experimentierphase ist vorbei
Die Trendthemen Social Media und Audio Digital beurteilen die Befragten zunehmend professioneller. Sechs von zehn Unternehmen gehen deshalb davon aus, dass es jetzt schwieriger wird, die Aufmerksamkeit der Social-Media-Nutzer zu gewinnen. Auch deshalb, weil sich das Nutzungsverhalten der Onliner permanent verändert.

Während die Bevölkerung großes Interesse an der Nutzung von Online-Musikdiensten zeigt, müssen Audioplattformen und Streamingdienste nach Meinung der Hälfte (47 Prozent) eindeutige Wirkungsnachweise liefern, um sich langfristig am Markt zu behaupten.

Es seien nicht die Trendthemen wie Big Data, Social Media oder Real-Time-Advertising, die für die Unternehmen relevant seien, so Arndt Groth, Präsident des BVDW. Entscheidende Weichen würden woanders gestellt: In diesem Jahr nähmen verschiedene Entwicklungen einen deutlichen Einfluss auf die Unternehmen der digitalen Wirtschaft – vor allem auf ihre werbefinanzierten Geschäftsmodelle.

Schlagworte zum Thema:  Datenschutz, Online-Marketing

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