Alles so schön bunt hier: Otto baut seinen Campus in Hamburg um. Damit kreative Mitarbeiter freier agieren können – und wollen. Bild: OTTO AG

New Work heißt das neue Zauberwort in Sachen Arbeitsorganisation. Alles soll flexibler, offener, freier und agiler werden. Neue Teamstrukturen, neue Formen der Zusammenarbeit. Und auch eine neue Büroarchitektur. Aber bunte Offices und Desk Sharing allein machen nicht produktiver. 

Diana Winzer, 34 Jahre alt, offen, klug, fröhlich und ansteckend begeistert von ihrem Job, leitet bei Otto in Hamburg ein Projekt namens Space. Space soll den Kulturwandel des Traditionsversenders in Architektur übersetzen. Den offiziellen Startschuss für eine neue Kultur gaben die Inhaber Michael und Benjamin Otto sowie die Führungsriege des weltweit zweitgrößten E-Commerce-Händlers im Dezember 2015. Ein nach außen sichtbares und zumindest für hanseatische Verhältnisse aufsehenerregendes Signal für diesen Wandel war die Einführung des konzernweiten „Du” im Januar 2016. Nun macht ein „Du” noch lange keine neue Unternehmenskultur. Allerdings: Für die Ottonen, wie sich die Mitarbeiter des Hauses gern selbst nennen, handelt es sich nicht um Kosmetik, die meinen das ernst mit dem Wandel. Und der schlägt sich handfest nieder, in der Art und Weise, wie sie arbeiten.

Baut Otto gewaltig um: Projektleiterin Diana Winzer. Bild: OTTO AG

Sechs Teams mit Leuten aus verschiedenen Otto-Firmen, Fachbereichen und Hierarchiestufen sitzen regelmäßig zusammen und diskutieren Ideen und Maßnahmen, die zum kulturellen Wandel beitragen könnten. Die Ergebnisse veröffentlichen sie im Intranet und im wöchentlichen Newsletter. Laut aktuellem Geschäftsbericht ist die „größtmögliche Transparenz für einen solchen Prozess essenziell". Denn eines sei klar: „Einen umfassenden kulturellen Wandel, wie ihn sich die Otto Group auf die Fahnen geschrieben hat, kann man nicht verordnen.”

New Work: Es geht um Wertschöpfung

„New Work” ist das Schlagwort zum Trend, der gerade durch deutsche Großunternehmen schwappt. Es geht darum, agil zu arbeiten, flexibel, abteilungsübergreifend, fehlertolerant, netzwerkorientiert und kollaborativ (zu deutsch: gemeinsam). Unabhängig vom Ort, Silos und Hierarchien überwindend, schnell, kundenfokussiert, in Teams, am besten mit Passion. Mitarbeiter sollen selbstbestimmter, eigenverantwortlicher, freier arbeiten. Unternehmen dynamischer, effizienter und produktiver werden. Das sind so im Groben die Versprechen von New Work. Man muss fein aufpassen: New Work ist kein moralisches Anliegen. Klar, es ist schön, wenn sich Mitarbeiter wohl fühlen. Letztlich aber sind Firmen nicht die Caritas, es geht bei New Work um Wertschöpfung.

Getrieben von Globalisierung und Digitalisierung müssen Unternehmen immer schneller und besser werden. Und das funktioniert bekanntlich nur mit einer Top-Mannschaft. Es gilt, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem jeder gern das Beste aus sich herausholt.

Schlagworte zum Thema:  Digital Leadership, New Work

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