B2B-Unternehmen setzen zum Sprung in Sachen Marketing an. Bild: MEV-Verlag, Germany

Der Trend ist eindeutig. B2B-Unternehmen nehmen für ihr Marketing deutlich mehr Geld in die Hand. Und sie stellen Marketingmitarbeiter mit digitalem Know-how ein.

Der Bundesverband Industrie Kommunikation (Bvik) hat die Ergebnisse seiner Studie "B2B-Marketing-Budgets 2016" veröffentlicht. Demnach gaben deutsche B2B-Unternehmen im Jahr 2016 durchschnittlich 28 Prozent mehr für interne und externe Marketingleistungen aus als im Jahr zuvor.

Werbung, Messen, Online-Marketing und PR bleiben laut Studie weiterhin die Kernaufgaben der Marketing-Abteilungen in B2B-Unternehmen. Tätigkeiten aus den anderen Feldern des Marketing-Mix oder aus dem Marketingcontrolling sind deutlich seltener Aufgaben der Marketer in Industriebetrieben. Während Online-Marketing und Mediaplanung von B2B-Firmen überwiegend intern durchgeführt werden, vergeben sie Marktforschung, Werbekreation, Messebau und Druckarbeiten sehr häufig an externe Spezialisten. Im Bereich PR gibt es laut Bvik jedoch eine bemerkenswerte Veränderung: Gaben 2015 nur 56 Prozent an, PR intern zu realisieren, sind es aktuell 81 Prozent.

Messen bleiben auch 2016 mit fast 40 Prozent des externen Marketingbudgets für B2B-Unternehmen das kostenmäßig wichtigste Marketinginstrument, gefolgt von Produktinformationen mit 13 Prozent. Klassische Printwerbung steht zwar an dritter Stelle, verliert jedoch weiter und erreicht 2016 nur noch 10 Prozent.

Ebenfalls interessant: Ein Drittel der Befragten hat die Anzahl der Mitarbeiter im Bereich Marketing und Kommunikation im Vergleich zum Vorjahr erhöht. So beschäftigen B2B-Unternehmen im Durchschnitt zehn Vollzeit-Mitarbeiter im Marketing, 2015 waren es lediglich sechs Mitarbeiter.

Klarer Trend: Marketing im B2B-Bereich wird digitaler

Das wichtigste Kompetenzfeld in Marketing- und Kommunikationsabteilungen ist laut der Studie ganz eindeutig das digitale Marketing. So gaben 96 Prozent der Befragten an, dass Mitarbeiter zukünftig Spezialkenntnisse in diesem Bereich benötigen. Darüber hinaus verlangen die Marketingverantwortlichen Content-Spezialisten sowie Expertise in Kommunikation/PR und Eventmanagement. "Experten für die verschiedenen Bereiche zu finden, ist eine große Herausforderung für Industrieunternehmen. Dabei zeigt sich die Verzahnung zwischen Marketing und Personalabteilung, die sich zukünftig noch verstärken wird", sagt Dr. Andreas Bauer, Vice President Marketing bei Kuka Roboter und Mitglied im Vorstand des Bvik.

Die Vertriebsabteilungen wiederum sind 2016 nur leicht ausgebaut worden. Lag das zahlenmäßige Verhältnis von Marketing- und Vertriebsmitarbeitern 2015 noch bei 1 zu 12, so ist es in der aktuellen Studie auf 1 zu 8 gesunken.

Mit Unterstützung von Kantar TNS befragte der Bvik für die Studie Ende 2016 über 100 deutsche Industrieunternehmen ab einer Größe von 50 Mitarbeitern online.

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Schlagworte zum Thema:  Marketing, Messe, Online-Marketing, Mittelstand

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