Serienelemente
Einfach Ideen in die Welt hinausschreien ist noch kein Thought Leadership. Bild: MEV-Verlag, Germany

Autorität aufzubauen und davon zu profitieren, ist ein Prozess aus Publizieren, Auftreten und Netzwerken. In Unternehmen lässt er sich durch Programme befördern, auf Märkten findet er seine Vollendung in aufsehenerregenden Projekten.

Die Mittel und Wege, die anerkannte Vordenkerinnen und Vordenker in der öffentlichen Wahrnehmung und auf Märkten zu Autoritäten gemacht hat, lassen sich auch auf Organisationen übertragen. Doch braucht es überhaupt solcherart Autoritäten in Unternehmen? Wir meinen: Sehr wohl! Und das hat drei Gründe.

Erstens: Internen Vordenkerinnen und Vordenkern Gehör zu verschaffen, die mit fundiertem Wissen, Einsatz und Schaffenskraft ihr ganz individuelles, innovatives Thema vertreten, fördert die Innovationskraft im Unternehmen und kann den Anstoß für Initiativen und Projekte aller Art darstellen.

Zweitens: Gerade in wissensbasierten Unternehmen, und das sind die allermeisten, stärkt die Förderung von internem „Thought Leadership“ die Motivation und die Entwicklung engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diese sind es, die mit ihrem Wissen und ihrer Leidenschaft an vielen Stellen Dinge in Bewegung bringen - und am Markt den Unterschied ausmachen.          

Drittens: Vordenkerinnen und Vordenker im Unternehmen beim Publizieren, Auftreten und Netzwerken zu unterstützen, entfaltet Marktnutzen. Denn diese Menschen gewinnen mit ihrem Wissen und ihren Ideen Aufmerksamkeit und Anhänger, strahlen Kompetenz aus und gewinnen Zugänge zu interessanten Zielgruppen und Zirkeln, die für das Unternehmen überaus wertvoll sind. Sie sind Markenbotschafter, ohne für Marken instrumentalisiert werden zu müssen.

Doch wie fördert man interne Vordenkerinnen und Vordenker?

Das Thought-Leadership-Programm im Unternehmen

Das Wichtigste: Man muss die Dominanz von Menschen mit Rang und Status aufweichen. Gerade in größeren Unternehmen gibt es eine interne Öffentlichkeit und Bühnen, die immer noch „funktionalen Autoritäten“, also Amts- und Würdenträgern aller Art, gehören. Dem muss man Formate entgegensetzen, in denen jene mit Wissen und Leidenschaft auf sich und ihre Themen aufmerksam machen können. Das Social Intranet, Veröffentlichungen in Hausmedien, aber auch BarCamps, interne „TedTalks“ und ähnliches bieten sich hierfür an.

Auch an der Kultur ist zu arbeiten. Das Publizieren und Auftreten mit eigenem Wissen und Ideen muss positiv belegt werden, Neid und Missgunst („Hier macht sich einer wichtig“) dürfen keinen Platz bekommen. Dennoch muss der Anspruch klar sein: Es geht um Beiträge mit Substanz und innovativem Gehalt, Ego-Schau ist unerwünscht und sogar kontraproduktiv. 

Vordenkerinnen und Vordenker, die in Unternehmen und der Öffentlichkeit gehört werden wollen, profitieren von Skills und Technik. Die richtige Nutzung von Social Media und Social Intranet, Präsentationsfähigkeiten, Storytelling sowie Netzwerkarbeit sollte ihnen vermittelt werden.

Zu guter Letzt bedarf es auch im Unternehmen einiger „Role Models“, die diese Art „Autorität“ vorleben und positiv belegen. An ihnen wird erkennbar, was „Thought Leadership“ bedeutet, was es bringt und wie Autorität dieser Art im Unternehmen gelebt wird. Diese ersten „Leuchttürme“ gilt es zu identifizieren und gezielt zu unterstützen. Immer mit dem Ziel, dass weitere in ihren Wissens- und Themenfeldern dem Beispiel folgen und die Wirkung nach innen wie nach außen verstärken.

Doch Vorsicht: Vordenker werden nicht nach Plan entwickelt! Sie können sich nur selbst entwickeln. Und zwar wenn man den richtigen Rahmen schafft, in dem sie Gehör und Anhänger finden. Deshalb kommt der Arbeit an der Kultur, an Formaten und an Skills so große Bedeutung zu.

Das Authority-Marketing-Projekt in der Öffentlichkeit

Haben Vordenkerinnen und Vordenker in der internen und externen Öffentlichkeit einiges an Reputation und Gefolgschaft gewonnen, ist die Zeit reif für das große AM-Projekt. Hier bündeln sich „Wissen, Einsatz, Schaffenskraft“ und helfen, die Wirkung der Person sowie ihres Themas und ihrer Ideen zu vervielfachen.

Dann ist auch die Zeit reif für

  • ein eigenes Buch mit richtungsweisenden Einsichten ins Thema
  • eine Studie mit robusten Erkenntnissen zum eigenen Thema
  • ein Event rund ums eigene Thema und relevante Zielgruppen
  • eine Community (analog wie digital), die sich um das Thema und die es treibende Person gruppiert

 

Und weil Sie nach 7 Folgen den gesamten Überblick zum Thema haben, ermöglichen wir Ihnen im letzten Serienteil noch Einblick, wo Sie in Sachen Authority Marketing stehen.


Über den Autor:

Randolf Jessl ist Leadershipexperte, Medienprofi und Gründer von „Auctority – Beratungsagentur für Leadership Communications & Authority Marketing“.

Schlagworte zum Thema:  Influencer Marketing, Social Media, Content Marketing, Leadership

Aktuell
Meistgelesen