08.12.2014 | App-Vermarktung

Die 5 größten Fehler und wie Sie sie vermeiden

Smartphone ohne App: Das ergibt keinen Sinn. Doch für App-Entwickler stellt die Vermarktung eine große Herausforderung dar.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Ohne Apps kann ein Smartphone-Nutzer quasi nicht überleben. Aber: bei rund 1,3 Millionen Apps je App-Store spielt die Sichtbarkeit des eigenen Angebots die entscheidende Rolle für den Erfolg. Jan Karnath von App Media zeigt, wie Sie die fünf größten Fehler bei der App-Vermarktung vermeiden.


Apples Slogan "There is an app for that" trifft heutzutage mehr zu denn je. Beinahe jede größere Firma hat bereits ihre eigene Mobile App entwickelt oder plant dies zumindest. Das Smartphone und Tablets sind die favorisierten Werkzeuge für alltägliche Beschäftigungen, sei es Zeitung lesen, sozialen Kontakten nachgehen, Shopping oder im Internet zu surfen. Der Aspekt, dass der Konsument sein mobiles Endgerät täglich und überall mit dabei hat, macht es zum perfekten Bindeglied zwischen Unternehmen und potenziellen Kunden.Dabei stellt sich gerade die Sichtbarkeit einer App – bei circa 1,3 Millionen Apps pro App-Store – als besonders wichtig heraus. Mit dieser großen Anzahl an Möglichkeiten geht allerdings auch ein hohes Fehlerpotenzial einher.

Hier sind die fünf häufigsten Fehler, die Unternehmen beim App-Marketing begehen, und die es zu verhindern gilt.

1. App ohne Grund und Vermarktungsstrategie entwickeln

Zunächst einmal gilt: Eine App sollte nur entwickelt werden, wenn sie dem User auch Nutzen stiftet und nicht nur, weil dies gerade zum Trend wird. Ist ein sinnvoller Grund gegeben, sollte man tunlichst darauf bedacht sein, schon beim Designen der App eine passende Vermarktungsstrategie zur Hand zu haben. Viele Unternehmen machen den Fehler, dass sie das Thema Marketing mit dem Einstellen in die jeweiligen App Stores abhaken. Dabei gibt es etliche Dinge zu beachten. Zum Beispiel die richtigen Keywords, die App-Beschreibung oder der App-Titel,  um nur einige zu nennen.

Tatsache ist: Die Mobile App bedarf einer genauso großen strategischen Anstrengung wie andere Marketing-Bereiche des Unternehmens auch. Sie darf weder eine kleinere Version der Desktop-Variante sein, noch sollte eine mobile Web-Version als App verkauft werden. Vor  allem im Mobile-Bereich sollte man die vielen Vorteile, die das Smartphone bietet, auch in vollem Umfang nutzen. Ebenso sollte es potentiellen Downloadern so einfach wie möglich gemacht werden, die App überhaupt zu finden. Eine häufig angewandte Strategie ist hier das Hinweisen auf den firmeneigenen Websites durch entsprechendes Verlinken.

2. Unzureichende oder gar keine Analyse des Traffics und der User

Leider wird immer noch der Fehler begangen, dass aus aktuellen Rankings, Downloadzahlen, Reviews oder Ratings falsche oder gar keine Schlüsse gezogen werden. Wie in anderen Bereichen eines Unternehmens auch, ist es unabdingbar, diese Daten korrekt zu analysieren und gegebenenfalls strategische Gegenmaßnahmen einzuleiten. Gerade im Informationszeitalter ist es ein Leichtes, an die nötigen Daten zu kommen, warum werden sie also nicht für Optimierungszwecke genutzt? Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl an Mobile Tracking-Anbietern wie Adjust, Tune, Appsflyer oder 360 Dialog, die sich darauf spezialisiert haben, diese Daten auszulesen und transparent aufzubereiten. Man sollte hier besonders auf die Frage eingehen, wieso sich der Kunde die App überhaupt herunterlädt.

3. Kundenstamm ignorieren

Die Ansprüche an Servicequalität und Ansprechbarkeit der Firmen in Bezug auf Kundenfragen waren noch nie höher. Das Gefühl, dass die Probleme und Anregungen der Kunden ernst genommen werden, stellt eine grundlegende Bedingung für erfolgreiches Wirtschaften dar. Selbst die technischen Mittel für eine konsequente 2-Way-Communication sind gegeben und bieten sich besonders im Mobile Business an. Unternehmen sollten solche Tools in ihre Apps einbauen, um auf Anliegen ihrer Kunden eingehen und eigene Produkte optimieren zu können. Der User sollte stets die Möglichkeit haben, sein Feedback über einen einfachen Weg mitteilen zu können. Vorbild wäre zum Beispiel die Stuffle.it-App, die User Voice integriert hat. Solche Möglichkeiten zu schaffen, liegt im Aufgabenfeld der Firmen.

4. Kein angemessenes Marketing-Budget

Eine ebenfalls große Rolle spielt ein angemessenes, gut kalkuliertes Marketing-Budget. Dieses Budget sollte vor allem die Promotion der App beinhalten. Mittlerweile existiert eine Vielzahl von Spezialisten, die durch entsprechende Media-Spendings die Sichtbarkeit der Mobile App beim Kunden erheblich erhöhen können. Das kann sich auf die jeweiligen Rankings in den App-Stores beziehen, aber auch auf die generelle Wahrnehmung durch den Kunden. Die Bedeutung solcher Kampagnen wird leider viel zu häufig völlig unterschätzt. Es ist wie in jedem anderen Geschäftsfeld auch: Investiere Geld, um welches zu verdienen.

5. Kein Re-Engagement von inaktiven Usern

25 Prozent aller User benutzen eine App nur einmal! Danach verschwindet sie entweder in die interen Reihen der App-Sammlung oder sie wird wieder gelöscht. Und selbst, wenn sie ein zweites oder drittes Mal geöffnet und benutzt wird, so muss man als Marketing-Manager doch stets dafür sorgen, dass der Anreiz nicht verloren geht. Nach schon acht Wochen wird eine App durchschnittlich von 91 Prozent aller User nicht mehr benutzt. Hier sollte das Unternehmen Wege entwickeln, die die User dazu bringen, die App wieder und wieder zu öffnen, sodass sie eventuell sogar einen Platz auf dem heiß begehrten Homescreen ergattert. Beispiele wären hier regelmäßige Updates, Push Notifications und gezielte Wiederansprache basierend auf vorigen Aktionen der User.

Fazit

App-Marketing ist für die meisten Unternehmen immer noch Neuland. Das mag einer der Gründe sein, wieso diesem Bereich noch nicht überall der gleiche Stellenwert zugesprochen wird wie anderen Geschäftsfeldern. Marketingstrategien, Promotionkampagnen und vielschichtige Analysen und daraus abgeleitete Maßnahmen sind Aspekte, über die unbedingt schon in der Frühphase der Entwicklung nachgedacht werden muss. Klar ist, dass noch einige Jahre vergehen werden, bis App-Marketing fester Bestandteil strategischer Unternehmensplanung wird.

Autor:

Jan Karnath ist Chief Sales Officer bei App Media, einer Agentur, die sich auf die Vermarktung von Apps spezialisiert hat.  

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Schlagworte zum Thema:  App, App Store, Vermarktung, Smartphone

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