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Angebot und Nachfrage beim Online-Payment stimmen nicht überein

Die Kredtikarte ist bei Käufern und Verkäufern gleichermaßen beliebt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Wünsche der Kunden und die Angebote der Händler beim Online-Payment stimmen nicht überein. Dies hat eine Studie des ECC Köln und der Hochschule Aschaffenburg ergaben. Beispiel: Während die überwiegende Mehrheit der Händler die Vorkasse präferiert, lehnen die meisten Kunden diese Zahlweise ab.

Dabei ist die Wahl der Zahlungsverfahren ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Webshops. Denn wenn die angebotenen Verfahren nicht den Wünschen der Kunden entsprechen, klicken diese schnell zum nächsten Händler. Wenig überraschend ist, dass laut Studie „Payment im E-Commerce“ weder Kunden noch Händler gerne in Vorleistung gehen. Dementsprechend ungern verschicken Händler eine Rechnung (57,6 Prozent) und zahlen Kunden per Vorkasse (12,4 Prozent). Andersherum ist die Vorkasse das bevorzugte Bezahlverfahren der Händler (87,7 Prozent). Und auch sonst gibt es Diskrepanzen: Die Lastschrift, bei den Konsumenten auf Rang drei der beliebtesten Zahlarten (48,1 Prozent), schafft es bei der Verbreitung unter den Händlern gerade einmal auf Platz acht (40,7 Prozent). Einzige Ausnahme ist Paypal. Das Bezahlverfahren belegt bei beiden Gruppen den zweiten Platz. Die bei den Händlern beliebte Sofort-Überweisung (Platz drei) wird von jedem fünften Kunden gerne genutzt und die Nachnahme schneidet mit rund neun Prozent bei den Konsumenten am schlechtesten ab.

Sicherheit und Schnelligkeit zählen auf beiden Seiten

Weitestgehend deckungsgleich sind hingegen in Österreich und der Schweiz Angebot und Nachfrage. Hier sind vor allem die hohe Verbreitung und die Akzeptanz der Kreditkarte auf beiden Seiten auffällig. Die große Vielfalt an Bezahlmöglichkeiten im Internet sei eine deutsche Besonderheit, sagt Prof. Dr. Malte Krüger von der Hochschule Aschaffenburg. Hierzulande bevorzugt knapp die Hälfte der Händler (49,7 Prozent) und gut ein Drittel der Käufer (35,3 Prozent) die Kreditkarte.

Für beide Seiten zählen beim Bezahlen in erster Linie Sicherheit und Schnelligkeit. Für Händler ist die Retourenquote ein weiterer wichtiger Faktor bei der Beurteilung eines Zahlungsverfahrens. Kreditkarte, Paypal und Lastschrift kommen sowohl bei Käufern wie Verkäufern gut an.

Die Wünsche der Kunden zu berücksichtigen ist überaus wichtig, weiß Dr. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln. Andernfalls würden Händler Kaufabbrüche riskieren, weil andere Webshops die bevorzugte Zahlmethode anbieten.

Für die Studie wurden 1.970 Internetnutzer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie 901 Online-Händler aus Deutschland online befragt.

Schlagworte zum Thema:  Payment, E-Commerce, Versandhandel

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